bAV neu denken: Bundesregierung im Analyseprozess

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Die betriebliche Altersversorgung (bAV) rückt in Deutschland nicht länger nur als ergänzende Leistung in den Fokus, sondern wird zunehmend zum strategischen Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte. Das zeigt ein aktueller Beitrag auf Personalwirtschaft.de, in dem die Bedeutung einer modernen Betriebsrente im Kontext des demografischen Wandels und des Arbeitsmarktes analysiert wird. Die Bedeutung der zweiten Säule des deutschen Rentensystems hat auch der Bundeskanzler diese Woche beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse unterstrichen, was ein deutliches Signal für die Neuausrichtung der Altersvorsorge ist: Die kapitalgedeckte Altersvorsorge – hierzulande in der betrieblichen und der privaten Vorsorge verankert – soll an Gewicht gewinnen, um die demografisch bedingten Herausforderungen des Umlagesystems der gesetzlichen Rentenversicherung abzufedern.

Das deutsche Rentensystem steht vor großen Herausforderungen: Die alternde Bevölkerung und das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern belasten die Finanzierung langfristig. Ohne Wachstum der Produktivität und steigende Löhne droht eine Verschärfung der Fürsorgebedürftigkeit im Alter, so die Analyse. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG II) vorgelegt, um die bAV als wichtigen Baustein der Altersvorsorge zu stärken.

Dabei soll die bAV nicht nur ein Zusatzangebot sein, sondern aktiv dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen und gleichzeitig die Attraktivität des Arbeitgebers zu steigern. Zu den geplanten Neuerungen gehören automatische Aufnahmeprozesse (Opt‑out‑Modelle) mit Arbeitgeberzuschüssen und eine Öffnung der Sozialpartnermodelle für alle Unternehmen – Maßnahmen, die insbesondere kleinen und mittelständischen Betrieben zugutekommen sollen.

Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

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