Run-off und Buy-out – Wenn der Ausverkauf zum Geschäft wird

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Für Versicherer ist das Geschäft mit Lebensversicherungen in den vergangenen Jahren durch den Wegfall einer adäquaten Verzinsung zunehmend unrentabel geworden. Mit dem Verkauf der Bestände an Run-off-Plattformen sinkt der Kapitalbedarf, und die Ausrichtung auf kapitaleffizientere und im Neugeschäft attraktivere Produkte wird gestärkt. Ein Unternehmen, das seinen Angestellten leistungsorientierte Pensionszusagen gemacht hat, muss wiederum Rückstellungen bilden. Durch die Abbildung der Pensionsverbindlichkeiten auf der Passivseite trägt es jedoch auch die Schwankungsrisiken dieser Verbindlichkeiten. Will es diese Risiken nicht mehr auf der Bilanz haben, spaltet es die Bestände in eine Rentnergesellschaft ab und verkauft diese an eine Buy-out-Plattform.

Effizientere Kapitalanlage nach Übernahme

Warum aber übernehmen Run-off- und Buy-out-Plattformen die Lasten anderer Unternehmen? „Wir behaupten von uns, dass wir die Asset Allocation ertragreicher gestalten können, sodass der Endkunde am Ende davon profitiert“, erläutert Damian Krzizok, Senior Investment Manager bei der Frankfurter Leben-Gruppe, das Geschäftsmodell im dpn-Gespräch. Da nur der Altbestand verwaltet und kein Neugeschäft generiert wird, ist zudem keine teure Vertriebseinheit nötig, was die Kosten spürbar reduziert.

Effizienz in der Kapitalanlage ist auch das Motiv von Buy-out-Plattformen für die Übernahme von Pensionsbeständen. „Wir übernehmen nicht nur die Verbindlichkeiten, sondern auch die Vermögenswerte“, begründet Tilo Kraus, Geschäftsführer der Buy-out-Plattform VEDRA Group, gegenüber dpn die Motivation für die Zukäufe. Diese Liquidität wird mit einem langfristigen Zeithorizont investiert. Dabei stehen zwei Aspekte im Vordergrund: „Erstens müssen wir zu jedem Zeitpunkt genügend Liquiditätsvorlauf besitzen, damit wir die entsprechenden Pensionen jeden Monat bezahlen können“, so Kraus. „Zweitens müssen die von uns getätigten Kapitalmarktanlagen langfristig einen höheren Ertrag abwerfen, als die Verbindlichkeiten kosten.“ Kapital, das in den nächsten zwei bis drei Jahren für die Auszahlung von Pensionen benötigt wird, liegt also als Cash-Bestand auf dem Konto. Das sind bei VEDRA etwa 20 Prozent der Vermögenswerte, die sich insgesamt auf einen guten dreistelligen Millionen-Euro-Betrag summieren. Der Rest fließt in höher verzinsliche Kapitalanlagen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen dpn-Ausgabe.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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