Auf Grund der Inflation häufen sich die Zahlungstopps bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) aktuell immer mehr. Diese Beitragsfreistellungen wie auch Auflösungen scheinen jedoch nicht lohnenswert zu sein.

Angetrieben durch die Angst vor der Inflation und Rezession kürzen aktuell immer mehr Beschäftigte ihre bAV-Einzahlungen oder stellen Anträge auf eine Auflösung dieser. Die Zahl hierzu habe sich im Vorjahresvergleich beinahe verdoppelt. Diese und die folgenden Informationen entstammen einer aktuellen Erhebung der DCS-Deutsche-Clearing-Stelle GmbH.

Tendenziell sieht es so aus, als sei die Bewegung weiterhin rückläufig. Beschäftigte setzen überwiegend auf eine Beitragsfreistellung, doch auch die Anfragen zur vorzeitigen Auflösung nehmen zu. Grund hierfür sei der befürchtete wirtschaftliche Abschwung und die Inflation.

„Gerade Menschen in niedrigeren und mittleren Einkommensgruppen sparen in der aktuellen Situation bei der betrieblichen Altersversorgung. Allerdings erhöht sich das tatsächlich verfügbare Nettoeinkommen nur unwesentlich. Denn wer seine bAV-Einzahlungen stoppt, verzichtet auch auf Zuschüsse des Arbeitgebers und auf Vorteile in puncto Steuer und Sozialversicherung“ sagt Marco Eckert, Geschäftsführer der DCS. Da die Auszahlungen in der Rentenphase entsprechend gekürzt werden, steigen laut Eckert die Risiken einer Altersarmut.

Durch diese Entwicklung werden Arbeitnehmer im Rentenalter mit erheblichen Leistungskürzungen rechnen. Die Ersparnis auf das Nettogehalt ist dagegen gering. Durchschnittlich werden monatlich circa 115 Euro pro Monat in die bAV investiert, Arbeitgeber-Zuschuss mit eingeschlossen (15 Prozent). Wird der Vertrag beitragsfrei gestellt, erhält die Person lediglich 55 Euro mehr netto ausbezahlt.

„Verlockend erscheint oft der angegebene Rückkaufswert, der viele Beschäftigte zur Anfrage nach einer Kündigung verleitet“, sagt Marco Eckert. Doch tatsächlich unterliegt die Auszahlung der Abfindung aus einem bAV-Vertrag noch Steuern und Sozialabgaben – das wirke sich mindernd aus, so Eckert. Zudem ist eine vorgezogene Auszahlung einer bAV nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt möglich.

Beispielauflösung eines bAV-Vertrages

Ein Arbeitnehmer im Alter von 30 Jahren, der 32.400 Euro brutto verdient und eine bAV mit einem Rückkaufswert von 15.000 Euro auflöst, erhält daraus nur 11.148 Euro ausbezahlt. Grund: Es fallen Steuern auf die auszuzahlende Summe an. Ferner können Sozialabgaben diesen Betrag noch weiter reduzieren. Bei unveränderter Fortführung des Vertrags hätte der Beschäftigte jedoch ein Kapital von mindestens rund 63.000 Euro aufgebaut.

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