Warsteiner: Liquidität mit Privatvermögen der Inhaberfamilie gesichert

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Die Brauerei-Inhaberin Catharina Cramer unterstützt die Haus-Cramer-Gruppe mit 20 Millionen Euro aus ihrem Privatvermögen. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss des Bierproduzenten für das Jahr 2024 hervor. Dort ist auch festgehalten, dass Cramer eine Patronats- und Rangrücktrittserklärung abgegeben hat, welche bis zum 30. September 2027 gilt.

Die Patronatserklärung ist eine rechtsverbindliche Zusage, dass Cramer das Unternehmen wirtschaftlich unterstützt und es mit ausreichend Liquidität ausstattet, sodass es weiterhin seine Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern erfüllen kann. Die Erklärung soll außerdem den Finanzierungsbedarf, der aus der Unternehmensplanung resultiert, decken. Cramer gab sie ab, noch bevor sie sich Anfang 2025 als persönlich haftende Gesellschafterin und Geschäftsführerin aus der Holding zurückzog. Gegenüber dem FINANCE Magazin teilte das Unternehmen mit, dass sich Inhaberin Catharina Cramer zukünftig auf ihre Rolle als Gesellschafterin und das Family Office konzentrieren werde und operative Themen der Geschäftsführung überlasse.

Neuer CEO unterstützt mit Restrukturierungserfahrung

Parallel zu der Finanzspritze hat das Unternehmen auch einen neuen CEO erhalten. Bodo-Joachim Wendenburg ist zudem Chief Restructuring Officer (CRO) des Warsteiner-Produzenten Haus Cramer Gruppe. Wendenburg trat bereits mit Wirkung zum 23. Juli in die Geschäftsführung ein. Laut Unternehmen war er vorher bereits mehrere Monate als Berater im Haus aktiv. Als neuer Chefrestrukturierer dürfte sich Wendenburg wohl vor allem der Liquidität und der Ertragslage des Unternehmens widmen.

Bierbranche hat schon länger zu kämpfen

Die mittelständisch geprägte und oft inhabergeführte Bierbranche sieht sich mit einem Konsumrückgang konfrontiert, da immer weniger Leute Bier trinken. Hinzu kommen steigende Energie- und Lohnkosten. Laut dem Statistischen Bundesamt erreichte der Absatz von alkoholhaltigem Bier in Deutschland im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand. Wo der Biermarkt jedoch einen Rückgang von gut 5 Prozent verbuchte, rutschte Warsteiner um insgesamt mehr als 10 Prozent ab. „Laut Marktforschungsdaten verlor die Marke im Lebensmittelhandel und in Getränkeabholmärkten im ersten Halbjahr um 9,6 Prozent beziehungsweise 51 000 Hektoliter“, schreibt die Lebensmittelzeitung.

Das Pils der Dachmarke Warsteiner war einst mit einer Jahresmenge von 6 Millionen Hektolitern das meistverkaufte Pils. Doch 2025 rutschte sie unter 1,8 Millionen Hektoliter. Zum Jahresende 2024 sank das Eigenkapital der Gruppe auf 20,5 Prozent. Dieses habe 2020 noch bei deutlich über 40 Prozent gelegen. Laut der Lebensmittelzeitung halte Catharina Cramer das Familienunternehmen über Wasser. In den sonstigen Verbindlichkeiten stecken demnach „Verbindlichkeiten zur Konzernfinanzierung durch eine Schwestergesellschaft in Höhe von knapp 39 Millionen Euro sowie rund 10 Millionen Euro gegenüber der Gesellschafterin Frau Catharina Cramer“.

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