Fremdkapitalkosten fordern Private-Equity-Fonds

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Nach der Finanzkrise 2008 änderte sich der Fokus der Private-Equity-Branche. Laut einer Studie von S&B Strategy lag der Schwerpunkt nicht mehr auf operativer Transformation. Stattdessen nahm der Anteil von Leverage-Strategien stark zu. Diese basieren auf der Aufnahme von Fremdkapital und wurden von 2008 bis 2022 immer dominanter. Die Unternehmensbewertung profitierte dabei von der günstigen Kreditverfügbarkeit.

Hohe Fremdkapitalkosten und wirtschaftlicher Druck

Aktuell stellt sich die wirtschaftliche Situation ganz anders dar. Die steigenden Fremdkapitalkosten und ein schwierigeres wirtschaftliches Umfeld in Deutschland und Europa setzen Private-Equity-Fonds erheblich unter Druck. Diese Entwicklung führt zu einer deutlichen Abkehr von der bisherigen Finanzierungsstrategie, die stärker auf Leverage setzte. Investoren, die bislang auf schnelle Wachstumseffekte aus Krediten setzten, fordern zunehmend nachhaltige Unternehmensstrategien und langfristige Wertschöpfung.

Der Weg zurück zur Transformation

Die Erhöhung von EBITDA-Margen oder die Expansionsstrategie von Markt-Multiples allein reichen nicht mehr aus. Es bedarf einer tiefgehenden Transformation der Unternehmen, die von den Fonds übernommen werden. In Sektoren wie Bau, Infrastruktur oder Industrie ist vor allem nachhaltige Innovation gefragt. Hier müssen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, die langfristig tragen. Digitalisierung und operative Exzellenz stehen im Zentrum dieses Wandels.

Die Chancen für nachhaltige Geschäftsmodelle

Der Paradigmenwechsel erfordert ein neues Verständnis von Wertschöpfung. Es reicht nicht mehr, Märkte zu betreten und sie mit günstigen Fremdmitteln zu befeuern. Stattdessen müssen Fonds ein starkes Augenmerk auf die Entwicklung von langfristig erfolgreichen Geschäftsmodellen legen, die auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung basieren. Besonders im Bau- und Infrastruktursektor müssen Unternehmen ihre Prozesse optimieren und neue, digitale Geschäftsansätze verfolgen.

Justin Geschwill ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Er berichtet seit 2026 über zentrale Themen aus Asset Management und Pension Management. Zuvor war er Redaktionsvolontär bei der F.A.Z. Davor war er bei Infineon Technologies als Finance Business Partner tätig. Sein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolvierte er im Rahmen eines dualen Studiums bei Infineon Technologies in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart.

LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken