Eine aktuelle Umfrage des deutschen Immobilieninvestors Industria unter 41 institutionellen Investoren zeigt, dass diese wieder mehr Vertrauen in den Immobilienmarkt haben. Rund 20 Prozent der Befragten gaben an ihre Immobilienquote in den nächsten 18 Monaten steigern zu wollen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den gerade einmal drei Prozent aus der Befragung im Vorjahr. Die durchschnittliche Immobilienquote liegt dabei aktuell bei 22 Prozent. Knapp die Hälfte der Investoren plant, diesen Wert stabil zu halten, ein Drittel will sie reduzieren.
Im Fokus stehen zunehmend deutsche geschlossene Spezial-AIFs, deren Beliebtheit von elf auf 30 Prozent stieg. Offene deutsche Fonds verlieren dagegen Anteile von knapp 50 auf rund 30 Prozent. Dies deutet auf eine Verschiebung hin zu kleineren, geschlossenen Clubs als bevorzugte Investitionsform hin.
Differenzierte Betrachtung beim Thema ESG
Bezogen auf die Nutzungsart, zeigt sich ein deutliches Momentum für das Wohnsegment. „Wohnen international“ (32,5 Prozent) und „Wohnen national“ (30,0 Prozent) verdrängt das Logistiksegment (22,5 Prozent) von der Spitzenposition. Auch Büroimmobilien gewinnen mit 25 Prozent leicht an Bedeutung, während Healthcare als Nischen-Assetklasse an Interesse verliert.
Im Bereich ESG zeigt sich eine differenzierte Haltung: 57,5 Prozent der Anleger bevorzugen Fonds, die nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung klassifiziert sind, während ein Drittel ESG-Kriterien als wenig relevant betrachtet. Interessant ist, dass der Anteil der Investoren, die in Artikel-9-Fonds mit starkem Impact-Fokus investieren wollen, sich nahezu verdoppelt hat – von fünf auf zehn Prozent.
Arrian Correns war Redakteur bei dpn. Er schrieb vor allem zu den Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

