HSBC spricht mit BlackFin und BNP Paribas über Inka-Deals 

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass sich die Großbank HSBC Holdings Plc in fortgeschrittenen Gesprächen mit BlackFin Capital Partners über den Verkauf seiner deutschen Fondsverwaltung befindet. Bloomberg bezieht sich dabei auf Aussagen von Insidern. Demnach bereitet das Private-Equity-Unternehmen mit HSBC die Rahmenkonditionen für den Kauf der HSBC Inka vor. Die managt rund 400 Milliarden Euro an Assets under Administration. Ein Verkauf der Inka könnte HSBC laut Bloomberg mehrere hundert Millionen Euro in die Kasse spülen. Ein Abschluss der Verhandlungen in den kommenden Wochen gilt als möglich. 

Daneben soll die französische Großbank BNP Paribas SA mit HSBC über eine Übernahme des deutschen Verwahrgeschäfts verhandeln, wie dieselbe Quelle verlautbarte. In diesem Fall seien noch keine endgültigen Vereinbarungen getroffen worden, und ein Verkauf an andere Interessenten für die Verwahrstelle sei ebenfalls denkbar. „Wir überprüfen unsere strategischen Optionen in Bezug auf unser Wertpapierdienstleistungsgeschäft in Deutschland“, zitiert Bloomberg eine Erklärung der Bank. „Es wurde noch keine Entscheidung getroffen, daher werden wir uns nicht weiter dazu äußern.“ Von BNP Paribas und BlackFin liegen bislang keine Stellungnahmen gegenüber Bloomberg vor.  

HSBC veräußert derzeit mehrere eigene Geschäftsteile in Europa und Nordamerika, um sich auf das Kerngeschäft in Asien zu konzentrieren. In Deutschland übernimmt BNP Paribas die Private-Banking-Sparte von HSBC, wie die Kreditinstitute im September 2024 mitteilten. Bereits damals soll Inka potenziellen Interessenten zusammen mit dem Verwahrgeschäft angeboten werden sein, war aber letztlich nicht Bestandteil des Verkaufspakets an BNP Paribas.  

Die Private-Equity-Gesellschaft BlackFin hat bereits in den vergangenen Jahren in einige Finanzdienstleister in Deutschland über Fonds investiert. Dazu zählt eine Mehrheitsbeteiligung an der digitalen Investmentplattform IKS im Jahr 2022. Verkäufer der Anteile war die DWS Group. Das Joint Venture firmiert seitdem als Morgenfund. Noch früher – im Jahr 2019 – übernahm BlackFin die Vertriebsgesellschaft Bonnfinanz von der Zurich Versicherung. 

Dr. Guido Birkner ist Chefredakteur von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seit dem Jahr 2000 ist er für die F.A.Z.-Gruppe tätig. Zunächst schrieb er für das Magazin „FINANCE“, wechselte dann als Studienautor 2002 innerhalb des F.A.Z.-Instituts zu den Branchen- und Managementdiensten, später zu Studien und Marktforschung. Von 2014 bis 2020 verantwortete er redaktionell den Bereich Human Resources in der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH. Seit Juli 2019 gehört er der dpn-Redaktion an.

LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken