Europa bekommt ein neues Schwergewicht in der Vermögensverwaltung: Assicurazioni Generali S.p.A und die Groupe BPCE (Banque Populaire) haben ein unverbindliches Memorandum of Understanding unterzeichnet, um ein Joint Venture ihrer Asset Manager Generali Investment Holding und Natixis Investment Managers zu schaffen, an dem beide Gesellschaften 50 Prozent halten und die volle Autorität über die Anlageentscheidungen für ihre jeweiligen Vermögenswerte behalten sollen.
Mit Assets under Management (AuM) in Höhe von 1,9 Billionen Euro und einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro entstünde der größte Vermögensverwalter Europas und gleichzeitig als Nummer 9 der Welt auch ein globaler Player. In der Versicherungsvermögensverwaltung wäre das Joint Venture weltweit führend. Diese globale Marktführerschaft soll weiter aufgebaut werden, um im wachsenden Segment der Drittanbieter-Versicherungsvermögensverwaltung weiter zu expandieren.
Der neue Riese soll ein erweitertes Angebot im Bereich Private Markets anbieten, um den wachsenden Anforderungen der Kunden in dieser Anlageklasse gerecht zu werden. Geleitet wird er von BPCE-CEO Nicolas Namias als Vorstandsvorsitzendem und Generali-CEO Philippe Donnet als stellvertretendem Vorsitzenden. Woody Bradford, CEO der Generali Investment Holding, wird CEO der Einheit, Philippe Setbon, CEO von Natixis, wird dessen Stellvertreter. Das neue Unternehmen basiert auf einem langfristigen Engagement in der Vermögensverwaltung beider Häuser, das für 15-Jahres-Verträge gestützt wird. BPCE profitiert von bevorzugten Dividendenrechten 2026 und 2027, Generali von den Rückzahlungen eines Kredits, der zur Finanzierung der kürzlich angekündigten MGG-Akquisition dient.
Aus der Einbringung von Vermögenswerten und Aktivitäten würde das Joint Venture über einen Gesamtwert von 9,5 Milliarden Euro verfügen. Es hätte eine weltweite Präsenz mit Kernregionen Europa (61 Prozent der AuM), Nordamerika (34 Prozent der AuM) sowie einer Präsenz in Asien und anderen Ländern (5 Prozent der AuM). 65 Prozent der AuM entfielen auf festverzinsliche Wertpapiere, 21 Prozent auf Aktien und 14 Prozent auf private Märkte.
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

