Real Estate Debt hilft, die Immobilienstrategie zu diversifizieren

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Dan Riches, wie entwickelt sich der Markt für Real Estate Debt in einer Zeit, in der sich die Immobilienbranche in vielen Ländern in der Krise befindet?

Dan Riches: Der europäische Markt für gewerbliche Immobilienfinanzierungen wird aktuell auf ein Volumen von circa 1,5 Billionen Euro geschätzt. Wenn wir 15 Jahre zurückschauen, sehen wir in Europa einen Immobilienmarkt, der zu 100 Prozent in den Händen der Banken lag. Nach der Finanzkrise brach dieses Monopol der Banken zuerst in Großbritannien auf. Ein Grund hierfür lässt sich in den Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen finden, die in den frühen 2010er Jahren vorgenommen wurden. Damit wurden die Kreditvergabekriterien bei Banken gerade im Bereich von Immobilienkrediten geändert. Die Marktlücken, die hierdurch entstanden, wurden dann von alternativen Kreditgebern wie Versicherern, Fondsmanagern und Pensionskassen gefüllt, die heute in UK circa 40 Prozent des Immobilienkreditmarktes ausmachen.

Dan Riches, Head of Real Estate Finance bei M&G Investments. Foto: M&G Investments

Und wie sieht die Lage in Kontinentaleuropa aus?

Dan Riches: Dort sehen wir von Land zu Land unterschiedliche Gegebenheiten und einen weiterhin hohen durchschnittlichen Marktanteil der Banken von geschätzt rund 90 Prozent. Allerdings erwarten wir, dass kontinentaleuropäische Banken im Zuge der Implementierung von Basel IV ihre Direktvergabe von Immobilienkrediten in Teilbereichen einschränken werden. Das 90:10-Verhältnis dürfte sich so zugunsten der alternativen Kreditgeber verschieben, denn aufgrund der Größe des Marktes können schon kleinere Verschiebungen der Wettbewerbsverhältnisse zu einer Vielzahl an interessanten Investitionschancen für alternative Kreditgeber führen.

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Dr. Guido Birkner ist Chefredakteur von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seit dem Jahr 2000 ist er für die F.A.Z.-Gruppe tätig. Zunächst schrieb er für das Magazin „FINANCE“, wechselte dann als Studienautor 2002 innerhalb des F.A.Z.-Instituts zu den Branchen- und Managementdiensten, später zu Studien und Marktforschung. Von 2014 bis 2020 verantwortete er redaktionell den Bereich Human Resources in der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH. Seit Juli 2019 gehört er der dpn-Redaktion an.

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