„Die Rendite liegt im Einkauf“

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Herr Krzizok, seit knapp zwei Jahren managen Sie die Kapitalanlage der Frankfurter Leben. Was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe 20 Jahre lang bei einer Fondsgesellschaft Portfolios gemanagt. In der Zeit habe ich viel Erfahrung im liquiden Bereich gesammelt. Bei der Frankfurter Leben-Gruppe ist der Bereich Private Markets hinzugekommen. Als Portfoliomanager schaut man jeden Tag darauf, wie sich das Portfolio gegenüber der Benchmark entwickelt, wie die Year-to-date-Zahlen sind. Das spielt eine große Rolle, auch für die Kunden. Bei der Versicherung ist das alles strategischer. Wenn man Entscheidungen trifft, haben die keinen direkten Bezug zu einer Benchmark im laufenden Jahr, sondern sie werden langfristig für mehrere Jahre getroffen. Und man ist bei der Versicherung auch nicht so stark den Entwicklungen am Kapitalmarkt unterworfen, wie es bei Fondsgesellschaften der Fall ist. Wenn man die Entscheidung getroffen hat, Private Markets aufzubauen, dann ist das strategisch, Schritt für Schritt, und man wird nicht bei jeder Fed-Entscheidung etwas ändern.

Dann konnten Sie das vergangene Jahr relativ entspannt verfolgen in dem Wissen, strategisch langfristig investiert zu sein?

Als Portfoliomanager wäre ich 2022 sicherlich mehr ins Schwitzen gekommen. Wir haben den Vorteil, dass unser Private-Markets-Exposure gerade bei Infrastruktur im vergangenen Jahr mit positiven Renditen zugelegt hat. Bei Direct Lending haben wir auch kein Geld verloren. Aus reiner Performance-Sicht war es ein gutes Jahr, aber nichtsdestotrotz trifft der steigende Zins kurzfristig natürlich auch Versicherungen, wenn die Marktwerte unter Druck kommen. Langfristig gesehen, ist der steigende Zins aber von Vorteil, weil wir bessere Wiederanlagemöglichkeiten haben.

Wie genau verdienen Sie Geld?

Die Rendite liegt im Einkauf. Wir wollen für die Übernahme neuer Bestände nicht zu viel bezahlen. Entsprechend müssen wir kalkulieren. Hinzu kommt die operative Umsetzung. Wir haben eine Plattform, an die wir die neuen Versicherungsbestände andocken. Dadurch können wir Kostendegressionseffekte erzielen. Und dann natürlich über die Asset Allocation: Wir übernehmen die Bestände mit einer konservativen Allokation, die eher von Staatsanleihen geprägt ist. Bei uns in der strategischen Asset Allocation spielen private Märkte hingegen eine große Rolle. Wir haben in diesem Bereich die Zielallokation von rund einem Drittel und versuchen dadurch, die laufenden Erträge langfristig zu steigern.

Stichwort Sicherheit der Kapitalanlage: Als das Thema mit den Run-off-Plattformen aufkam, waren viele Versicherte besorgt darüber, was mit ihren Versicherungsbeständen passiert. Was entgegnen Sie denen?

Wenn jemand die Angst hat, dass im Hintergrund kein bekannter Versicherer mehr steht, sondern die Frankfurter Leben-Gruppe, dann können wir demjenigen sagen, dass wir den Regularien der BaFin unterworfen sind. Bei einem Inhaberkontrollverfahren stehen auch immer die Belange der Versicherten im Vordergrund.

Wie ist Ihr Portfolio regional aufgestellt?

Wir haben einen starken europäischen Fokus. Denn gerade Versicherungen betrachten Fremdwährungen als Teil des Risikos. Daher sind 80 bis 90 Prozent unseres Kapitals im Euro-Raum angelegt. Aber natürlich sind auch Großbritannien und die USA große Märkte, in denen wir allokiert sind. Wenn wir Anlagen außerhalb des Euro-Raums tätigen, dann sichern wir diese gegen Währungsrisiken ab.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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