Der diesjährige ‘Asset Management Day 2022’ brachte Branchen-Leader, Regulatoren und Politiker zusammen. Dabei war man sich einig, dass der Wandel der Asset Management Industrie in den letzten drei Jahrzehnten enorme Veränderungen mit sich gebracht habe. So haben Asset Manager bereits vor Jahren das steigende Kundeninteresse an nachhaltigen Anlagen verbucht. Auch wurden die eingesetzten Ressourcen für den Umgang mit Technologie und Big Data verstärkt, und die Zahl der Produktangebote wurde erhöht. Hinzu kam ein Anstieg der Regulierungsanforderungen.
Zusammenwirken weltweiter Trends bringt weitere Herausforderungen
Inzwischen verstärken weltweite Trends in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft die Herausforderungen und verursachen Störungen der Branche. Die Auswirkungen gehen über den Anlageprozess hinaus, und wirken sich auf Geschäfts-, Mitarbeiter-, Betriebs- und Vertriebsmodelle aus. Tatsächlich reagieren die Unternehmen unterschiedlich auf diese Herausforderungen. Denn ein erfolgreicher Umgang mit diesen neuen Realitäten erfordert unternehmerische Fähigkeiten und Anlagekompetenz.
Verband hält an seinem Hauptziel fest
Die Asset Management Association Switzerland feierte inzwischen ihr 30-jähriges Jubiläum und sieht die Schweizer Asset Management Industrie in einer ausgezeichneten Ausgangslage für die Zukunft. Das gegenwärtige Marktumfeld betrachten die Asset Manager allerdings als «grösste Herausforderung». Das Hauptziel des Verbandes bleibe indes unverändert, sagte Verbandspräsident Iwan Deplazes: «Unser Ziel ist es, die Schweiz als führendes Asset Management Zentrum mit hohen Standards für Qualität, Performance und Nachhaltigkeit zu stärken.»
Innovationen sind unumgänglich
Derweil forderte Urban Angehrn, CEO der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA, die Asset Management Industrie zu weiteren Innovationen auf und nannte drei Themen, welche auch für den gesamten Schweizer Finanzplatz in Zukunft von hoher Relevanz sein würden: Die digitale Transformation, die neuen Opportunitäten durch den Limited Qualified Investor Fund L-QIF sowie Sustainable Finance.
Petros Mavromichalis, EU-Botschafter in der Schweiz und Liechtenstein, würdigte die Anstrengungen des Schweizer Finanzplatzes, gemeinsam mit Europa die Klimaziele erreichen zu wollen. Gleichzeitig rief er die Schweiz aber auch auf, die zuletzt strapazierten politischen Beziehungen zur EU wieder zu verbessern.
AHV-Reform kauft nur Zeit
Aymo Brunetti von der Universität Bern wiederum warnte in einer Analyse zum Schweizer Vorsorgesystem, dass die beschlossene AHV-Reform «nur Zeit kaufe». Grundsätzlich komme die Schweiz um eine weitere, schrittweise Erhöhung des Rentenalters nicht herum, um die Vorsorgewerke langfristig zu stabilisieren.
Neue Vorstandsmitglieder verstärken den Verband
An der gleichentags stattfindenden Generalversammlung der AMAS wurden Christel Rendu de Lint, Deputy Head of Investments Vontobel, Fiona Frick, CEO Unigestion sowie Filippo Rima, Head of Asset Management Switzerland & EMEA, in den Vorstand gewählt. Felix Haldner, der seit 2012 Mitglied des Vorstands war, und von 2014 bis 2020 als Präsident diente, hat sich entschlossen, aus dem Vorstand auszutreten.
Der Vorstand der AMAS setzt sich somit neu wie folgt zusammen: Iwan Deplazes (Präsident), Charlotte Bänninger (Vizepräsidentin), August Benz, Martin Jufer, Alexandre Meyer, Laurent Ramsey, Mirjam Staub-Bisang, André Ullmann, Christel Rendu de Lint, Fiona Frick und Filippo Rima.
