Zurückhaltung bei Infrastruktur-Debt

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Als Anlageform mit stabilen Cashflows werden Infrastruktur-Debt-Fonds in Großbritannien gehandelt. Mehr und mehr gibt es jedoch kritische Stimmen. Steven White, Geschäftsführer bei Buck Global Investment Advisors in London, erklärte gegenüber MandateWire, er sehe Infrastrukturfinanzierungen nicht als eine Investition, die dem Liability Matching dient, sondern als eine renditeorientierte Anlage mit „günstigen Cash-Flow-Matching- und Inflationsmerkmalen“.

Da die Pensionskassen aufgrund niedriger Renditen bei Gilts, Treasuries und Bunds nach neuen Einnahmequellen suchen, preisen Asset Manager Infrastruktur-Debt als geeigneten Ersatz für Staatsanleihen und sogar für Unternehmensanleihen an. Robert Shields, Geschäftsführer bei der australischen Anlagegesellschaft AMP Capital, erklärte jüngst auf einer Konferenz in London: „Senior-Infrastruktur-Debt-Fonds stellen eine echte Alternative zu Gilts dar, da sie bei einer Laufzeit von 15 bis 20 Jahren Renditen erzielen, die ein bis drei Prozent über der Inflationsrate liegen.“ Shields sagte, diese Infrastruktur-strategien seien in den vergangenen zwei Jahren „zunehmend beliebter“ geworden – auch weil britische Pensionskassen als Folge der Finanzkrise die Risiken ihrer Anlageportfolios reduzieren mussten.

Consultant White warnt jedoch davor, Staatsanleihen durch Infrastruktur-Debt zu ersetzen. Gilts und IG-Unternehmensanleihen würden innerhalb der Portfolios der Pensionskassen „einen besonderen Platz einnehmen“, da deren Renditen, in Abhängigkeit von der Laufzeit der Bonds, „weitgehend den Verbindlichkeiten entsprächen“. „Es ist irreführend zu behaupten, Infrastruktur würde den Wert der Passiva exakt auf die gleiche Weise absichern wie Staatsanleihen“, sagt Shields. Es gebe viele Probleme, die die Wertentwicklung von Infrastruktur-Debt beeinflussen. „Außerdem sind damit Risiken verbunden. Etwa eine mögliche Zahlungsunfähigkeit die Unsicherheit über künftige Cashflows wegen Schwierigkeiten bei den Projekten oder aufgrund von Refinanzierungoptionen, die in bestimmte Investments eingebaut sind.“

Unabhängig davon, ob ein Investment fremdkapital- oder aktienorientiert ist, stellt der erhöhte Bedarf an Liquidität in Verbindung mit kürzeren Anlagehorizonten für viele DB-Pläne ein „wesentliches Hindernis“ bei der Debt-Investition dar. Daher, so White, sollten Investoren börsennotierte Infrastruktur-Aktienfonds aufgrund ihrer höheren Liquidität bevorzugen.

Hans Holmen, Consultant bei Aon Hewitt, berichtet, Pensionsfonds zeigten als Kunden „mehr Interesse“ an nicht notierten Infrastruktur-Aktienstrategien von Asset Managern mit gutem Track Record. Im Gegensatz zu White erklärt er, Infrastruktur-Debt könnte durchaus einen „wichtigen Teil“ des Fixed-Income-Portfolios bilden und bei Kunden mit langfristigen Verbindlichkeiten Staats- und Unternehmensanleihen „möglicherweise ersetzen. Vermutlich stellen sie keinen vollständigen Ersatz dar und Investoren müssen das Ausfallrisiko dieser Strategien kennen.“

UK-Pensionskassen müssten sich bewusst sein, dass ein Infrastruktur-Debt-Fonds,  der ein Portfolio mit inflationsindexierten, kontinentaleuropäischen Titeln umfasst, sich nicht notwendigerweise als Gegenpol für die Verbindlichkeiten anbietet, gibt Adam Michaels, Partner bei der Londoner Beratungsfirma LCP, zu bedenken. „Um Verbindlichkeiten eines britischen Pensionsplans abzudecken, muss es sich um britische, inflationsindexierte Anleihen handeln. Das ist ein begrenztes Universum.“ Zwar haben eine Reihe von Vorsorgeeinrichtungen, die Kunden bei LCP sind, in Infrastruktur investiert. Allerdings hätten sich Michaels zufolge die meisten für nicht börsennotierte Infrastruktur-Aktienfonds entschieden.

Henry Smith ist Redakteur bei MandateWire, einem digitalen Service der Financial Times für Asset Manager. 

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