Das geht aus der Studie „Growing but Tempered Optimism“ von Goldman Sachs Asset Management hervor, bei der weltweit 252 Anlageverantwortliche von Versicherungen, die zusammen über 6 Billionen US-Dollar an Assets verwalten, befragt wurden.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: Zwar glauben im Vergleich zu 2012 mehr als doppelt so viele Anlageverantwortliche – genau genommen 31 Prozent im Vergleich zu 14 Prozent zum Vorjahr –, dass sich die Investmentmöglichkeiten allgemein verbessern werden, ein steigender Anteil der Befragten (32 Prozent versus 16 Prozent im vergangenen Jahr) sorgt sich jedoch zunehmend über steigende Zinsen, wobei hiervon mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer glaubt, dass die Zinsen in den nächsten zwei bis drei Jahren signifikant ansteigen werden.
Als Konsequenz hieraus planen 43 Prozent der Versicherer bei ihrer Asset Allocation ihr Engagement in „Bank Loans“ zu erhöhen, 38 Prozent wollen den Anteil der US-Aktien und wiederum 37 Prozent ihren Anteil an Immobilien im Portfolio ausbauen. 42 Prozent geben andererseits an, ihre Allokationen in „Government Debt“ und „Agency Debt“ sowie in Geld und „Short-Term“- Instrumenten (37 Prozent) verringern zu wollen.
Makroökonomisch bleibt die Besorgnis betreffend der europäischen Schuldenkrise zwar weiterhin bestehen, als größter Risikofaktor wird mittlerweile jedoch die expansive Geldpolitik wahrgenommen, und zwar mit 23 Prozent, gefolgt von der Volatilität am Kredit- und Aktienmarkt mit 18 Prozent, sowie der Inflation mit 14 Prozent.
Erst vor wenigen Tagen kritisierte demgegenüber GDV-Präsident Alexander Erdland in einer Verbandsmitteilung die erneute Zinssenkung der Europäischen Zentralbank. „Wir haben in der letzten Woche die Zinssenkung der EZB genau deshalb kritisiert, weil sie auf Kosten der Altersvorsorgesparer geht – mit spürbaren Folgen: allein 2012 verzeichneten die Lebensversicherer für ihre Kunden zinsbedingte Mindereinnahmen von 4 Milliarden Euro. Neben den negativen Folgen für unsere private Altersvorsorge birgt die Niedrigzinstherapie der EZB weitere Gefahren für Fehlanreize; ohne Ländern wirklich zu nutzen, denen geholfen werden soll“, sagte er, und verwies darauf, dass man sich ohne die Aussicht auf eine baldige Rückkehr zu einem marktgerechten Zinsniveau ein riesiges Folgeproblem schafft: massive Lücken in der Altersversorgung der künftigen Rentner.
