Institutionelle befeuern Private-Equity-Boom

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Um 350 Prozent haben Exits über Börsengänge im Private-Equity-Segment im ersten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. Dabei waren die insgesamt 702 Exits für den europäischen Private Equity (PE)-Markt 2013 schon ein gutes Ergebnis – das beste seit dem Rekordjahr 2007. Das Transaktionsvolumen belief sich auf 65,3 Milliarden Euro. Diese Daten finden sich in einer aktuellen Studie von Mergermarket und der Anwaltssozietät White & Case.

Eine weitere Erkenntnis: Neueinsteiger ins PE-Geschäft wie grosse internationale Pensionsfonds sind Treiber des Geschäfts. Diese wollen ihre Kapitalanlage-Kosten senken und weiten ihre Direktinvestitionen aus, häufig in Form von Co-Investments mit PE-Firmen. Eine Umfrage von Preqin unter 140 Investoren und 80 PE-Fondsmanagern lässt diesen Schluss zu. Auch Family Offices sind vermehrt im Markt mit Co-Investments aktiv. 2013 stieg die Zahl der PE-Investoren unter den Family Offices um 29 Prozent.

Deutschland tickt anders

In Deutschland ist allerdings von grosser Begeisterung für PE noch nichts zu spüren. Der Grund dafür sind die hohen Preise, wie Andreas Sticken, PE-Partner bei White & Case in Deutschland, bestätigt: „Die Zurückhaltung dürfte daran liegen, dass es aus Käufersicht an attraktiven, angemessen bepreisten Assets mangelt“.

26 Prozent des Transaktionsvolumens der europäischen Deals entfielen wertmässig auf Grossbritannien, weitere 25 Prozent auf Südeuropa mit den Deal-Hotspots in Spanien, Italien und Griechenland. In Südeuropa gingen die Investoren häufig auf Schnäppchenjagd. So waren etwa die stark angeschlagenen spanischen Sparkassen gezwungen, ihre in den Boomjahren aufgebauten Beteiligungs-Portfolios abzustossen. Und das oft zu Dumpingpreisen.

Niedrige Zinsen und eine Akquisitions-Finanzierung über Asset Based Lending sind neben den nachlassenden Sorgen um die Staatsschuldenkrise mitentscheidend für die Erholung des PE-Marktes. Und PE-Firmen nützen die günstige Ausgangslage. Nach Zahlen der Beratungsfirma EY gab es 2013 an europäischen Börsen insgesamt 24 IPO’s von durch PE finanzierten Unternehmen mit 11,3 Milliarden US-Dollar als Emissionserlös. Zum Vergleich: 2012 brachten vier IPO’s nur 1.46 Milliarden US-Dollar. Auch die Refinanzierungen zogen wieder an – auf 23 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten 2013. Es ist also viel Kapital auf der Suche nach Investitionen.

Gefragter Mid-Market

Vor allem im mittleren Segment mit Transaktionsvolumina zwischen 15 und 500 Millionen Euro haben die Deals zugenommen: 2013 fanden in Europa total 422 Mid-Market-Deals statt mit einem Volumen von 49,5 Milliarden Euro. Im Fokus der Investoren standen dabei vor allem die Sektoren Industrie, Chemie und Konsumgüterhersteller. Dabei gewinnen alternative Kreditgeber über Hochzinsanleihen und Kredit-Fonds an Bedeutung.

Laut White & Case hat sich das PE-Geschäft nicht nur stark belebt, es wird auch immer komplexer: „Die Zahl grenzüberschreitender Transaktionen steigt, während sich die Fremdkapitalmärkte zunehmend diversifizieren“. Leicht verfügbares Fremdkapital und noch nicht abgerufene Investoren-Zusagen dürften den Wettbewerb um neue Deals weiter anfachen. Gefragt sei daher viel Disziplin, um keine überrissenen Preise zu zahlen. Und sollten die Zinsen steigen, würde sich das PE-Fenster rasch schliessen.

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