Der japanische Premierminister hat aus gesundheitlichen Gründen den Rücktritt angekündigt. Die Auswirkungen auf die Landeswährung Yen analysiert BNY Mellon Investment Management.

Japans Premierminister Shinzo Abe tritt von seinem Amt zurück. Die Anleihemärkte und die Zentralbankpolitik sollten den Umbruch aber ohne große Veränderungen überstehen, sagt Paul Brain von Newton IM, einer Einheit von BNY Mellon Investment Management. Allerdings: der Yen könnte unter Druck geraten, meint der Fondsmanager und Head of Fixed Income.

So hinterlasse Abe ein “einzigartiges Vermächtnis”, bekannt geworden unter dem Namen “Abenomics”. Dies beschreibt Abes Ansatz, Geld- und Finanzpolitik miteinander zu verbinden. Ohne die drei Säulen von Abenomics – aggressive Geldpolitik, Haushaltskonsolidierung und Wachstumsstrategie – hätte sich Japan während der Amtszeit wohl schlechter entwickelt, meint Brain. Und andere große Volkswirtschaften nähern sich bereits an das Konzept der Abenomics an. Getrieben wird diese Entwicklung auch durch die Corona-Krise, in der die Kombination von Geld- und Fiskalpolitik deutlich an Boden gewinnt.

Yen durch politische Unsicherheit unter Druck

Die japanische Zentralbank sollte auch in Zukunft auf eine gewisse Stabilität achten, meint Brain. Der Kauf japanischer Staatsanleihen war in den letzten fünf bis sechs Jahren einer der Eckpfeiler der japanischen Politik. Ein neuer japanischer Premierminister wird vor der Aufgabe stehen, mehr staatliche Anreize zu setzen. Fiskalpolitik und Steuerpolitik werden auf den Märkten mit großer Spannung erwartet.

Anleger sollten keine großen Verwerfungen bei japanischen Staatsanleihen erwarten. Zentralbank und Schatzamt kontrollieren den Markt streng, und das dürfte auch so bleiben. Anders sieht es für die Währung aus. Der japanische Yen könnte von der politischen Unsicherheit in Mitleidenschaft gezogen werden. Da auch der US-Dollar aufgrund der anhaltend lockeren Geldpolitik weiterhin schwach bleibt, sollte der Yen gegenüber dem US-Dollar nicht allzu sehr fallen. Doch der Euro sowie auch rohstoffbasierte Währungen könnten besser abschneiden.

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