Rund 6,5 Milliarden Euro verwaltet das Kapitalanlageteam der VPV Versicherungen (VPV). Der Bärenanteil entfällt auf die Lebensversicherung und ein kleiner Part von rund 100 Millionen Euro auf die Sachversicherung. Über die Anlagestrategie sprach Antje Schiffler mit Steffen Fuchs, der künftig das Thema ESG im Hause der VPV verantworten wird.

Die VPV Versicherungen (VPV) wurde 1827 gegründet, ursprünglich als Sterbekasse für Postbeamte. Inzwischen betreiben die VPV Lebensversicherungs-AG und die VPV Allgemeine Versicherungs-AG das aktive Versicherungsgeschäft unter der VPV Holding.

Rund zwei Drittel der Kapitalanlagen sind in Abstimmung mit dem ALM auf die Deckung der versicherungstechnischen Leistungen abgestimmt. Dies sind in der Regel festverzinsliche Papiere mit entsprechenden Laufzeiten, die entweder im Direktbestand oder indirekt über Investmentfonds gehalten werden. Rund ein Drittel der Gelder wird strategisch allokiert.

„Wir planen den Ausbau der illiquiden Asset-Klassen, soweit es ins ALM passt. Natürlich darf man auch die regulatorischen Vorgaben nicht außer Acht lassen“, sagt Steffen Fuchs, Investment-Stratege Liquide Assets. So sind seit 2020 Private-Equity– und Private-Debt-Anlagen neu im Portfolio der VPV. Entsprechende Investments wurden jeweils in Höhe von 50 Millionen Euro committet. Ein weiterer Ausbau ist geplant. „Unser Fokus liegt auf den Privates, hier wollen wir das Volumen ausbauen“, wie Fuchs betont.

Die Immobilienquote liegt insgesamt bei 6,9 Prozent, davon entfallen 0,05 Prozent auf den direkten Bestand. Der Rest entfällt auf indirekte Anlagen. „Bei der Immobilienanlage sind wir auf jeden Fall deutschland- und europalastig. Das ist der Tatsache geschuldet, dass alle unsere Kunden in Deutschland sind. So begrenzen wir das Währungsrisiko“, erläutert Fuchs.

Nur wenige Assets sind außerhalb des Euroraums veranlagt. Subsumiert unter Immobilien hat die VPV auch Infrastrukturanlagen in Form von indirekten Anlagen in erneuerbare Energien.

Die Aktienanlage erfolgt über einen Spezialfonds. In diesem Segment liegt der Fokus auf Europa. Auch hier denkt das Kapitalanlageteam über eine Aufstockung im Rahmen der regulatorischen Möglichkeiten nach.

VPV: Nettoverzinsung bei 3,2 Prozent

Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen ohne die fondsgebundenen Lebensversicherungsprodukte betrug 2020 rund 3,2 Prozent, nach 2,9 Prozent im Vorjahr. Produkte im festverzinslichen Bereich sind strikt auf die versicherungsseitigen Auszahlungsverpflichtungen ausgerichtet. Daraus folgt, dass fällige Mittel nur in geringem Umfang langfristig wiederangelegt werden müssen.

So wurden 2020 im Direktbestand 410 Millionen Euro in längerfristige Anlagen wiederangelegt. Es wurden Renditen von durchschnittlich 0,92 Prozent erzielt. „Der Schwerpunkt wurde auf Anleihen mit einem Durchschnittsrating von A- gelegt, um die Portfoliostruktur und -qualität möglichst wenig zu verändern“, erläutert Fuchs. Insgesamt konnten im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere Gewinne in Höhe von 14,26 Millionen Euro erzielt werden und bei Immobilien 6,8 Millionen Euro.

Rückläufige AuM

Die direkten Kapitalanlagen sind rückläufig angesichts der Verschiebung von der klassischen Lebensversicherung hin zur fondsgebundenen. Zurzeit hat die Versicherung zwei Produkte am Start mit unterschiedlichen Risikoprofilen. So ist es zu erklären, dass die AuM von 6,7 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf nun 6,5 Milliarden Euro geschrumpft sind – und weitere Rückgänge des Kapitals der klassischen Lebens- und Rentenversicherung sind sozusagen vorprogrammiert. Diese werden idealerweise durch neue Geschäftsabschlüsse im Bereich der fondsgebundenen Versicherungen kompensiert.

Lesen Sie mehr über die VPV Versicherungen in der dpn-Ausgabe Nr. 121.

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