Laut einer Studie von Goldman Sachs Asset Management tendieren Versicherungen zu höheren Allokationen insbesondere in Private Equity, Middle Market Corporate Loans sowie Infrastructure Debt.

Laut der Studie konzentrieren sich Versicherungen in ihrer Suche nach Rendite sowohl auf chancenreiche festverzinsliche Assets, Aktien als auch auf alternative Anlagen – etwa Private Debt und Private Equity. “Trotz der Unsicherheit, mit der wir immer noch konfrontiert sind, sehen wir, dass Versicherer mehr Anlagemöglichkeiten und weiter über die Risikokurve hinaus nach Chancen suchen – im Zuge sich verbessernder wirtschaftlicher Bedingungen“, sagt Volker Anger, Leiter des Bereichs Insurance Asset Management DACH bei GSAM.

So planen die globalen Versicherer, das Gesamtrisiko in ihren Anlageportfolios  zu erhöhen. Insbesondere die Allokationen in Private Equity, Middle Market Corporate Loans sowie Infrastructure Debt Allocations werden aufgestockt.

Entsprechend ist Private Equity die Anlageklasse, von der sich die Befragten den größten Renditebeitrag im Portfolio versprechen. 55 Prozent gaben an, dies dürfte in den kommenden zwölf Monaten die Asset-Klasse mit dem höchsten Gesamtertrag sein. Es folgten Schwellenländeraktien (38 Prozent) und US-Aktien (37 Prozent).

Obwohl die Corona-Krise Versicherungen weltweit über alle Geschäftsbereiche hinweg betroffen hat, ist die Branche gut kapitalisiert, erläutert Anger weiter. Sie positioniere sich aktiv für eine wirtschaftliche Erholung.

Das fünfte Jahr in Folge habe die Berücksichtigung von ESG-Faktoren in der Kapitalanlage zugenommen. So berücksichtigen n diesem Jahr 83 Prozent der Versicherer ESG-Kriterien in ihren Anlageprozessen. Vor vier Jahren waren es nur 32 Prozent. Dieser Zuwachs sei vor allem auf die wachsende Akzeptanz in Nord- und Südamerika zurückzuführen.

Weitere Erkenntnisse zum Anlageprozess der Versicherungen:

  • Die größten Sorgen bereiten Versicherern in diesem Jahr Marktvolatilität, eine wirtschaftliche Abschwächung in den USA sowie die globale Covid-19-Pandemie.
  • Die Mehrheit der Versicherer erwartet anders als in den Vorjahren nicht mehr, dass sich die Kreditqualität verschlechtert. Auch rechnet die Mehrheit nicht mehr mit einer Rezession innerhalb der nächsten drei Jahre.
  • Nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer besteht die Gefahr einer Reflation, da sie für das Jahr 2021 mit einer kurzfristigen Inflation, einem anhaltenden Ausverkauf der Anleihen und einem globalen Wirtschaftswachstum rechnen.
  • Versicherer berücksichtigen weiterhin ESG in ihren Portfolios und ziehen Insurtech-Investitionen zur Steigerung der operativen Effizienz in Betracht.

Goldman Sachs befragte im Rahmen der zehnten jährlichen Versicherungsstudie mit dem Titel „Running the Risks“ 286 Unternehmen weltweit zu den wichtigsten Marktentwicklungen, darunter der Anstieg der globalen Reflation, höhere Risikobereitschaft bei Aktien und festverzinslichen Anleihen sowie eine wachsende Bedeutung von ESG. Insgesamt verwalten die befragten Unternehmen ein Vermögen von rund 13 Billionen US-Dollar.

GSAM verwaltete Ende 2020 ein Vermögen von rund 1,9 Billionen US-Dollar.

 

 

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