EIOPA hat das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2021 veröffentlicht: Lediglich Makrorisiken werden für die Versicherungswirtschaft als hoch eingestuft.

Die Versicherungs-, Rentabilitäts- und Solvenzrisiken für europäische Versicherer bleiben unverändert auf mittlerem Risikoniveau. Das zeigt das aktuelle Risk Dashboard der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA). Die Ergebnisse basieren auf den Solvency-II-Daten aus dem dritten Quartal 2021.

In Bezug auf Makrorisiken wurden die Inflationsprognosen nach oben korrigiert. Auch die 10-Jahres-Swapsätze für die wichtigsten Währungen wurden erhöht. Die Arbeitslosenquoten sind auch im dritten Quartal 2021 erhöht. Die Finanzmärkte bleiben hingegen weitgehend stabil. Die Geldpolitik bleibt akkommodierend, obwohl die Wertpapierkäufe in einem langsameren Tempo fortgesetzt werden und sich voraussichtlich weiter verlangsamen werden.

ESG-Risiken bleiben moderat – trotz Rekordschäden im Ahrtal

Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsrisiken (ESG) bewegen sich auf mittlerem Niveau. Die Großschadenquote ging im Vergleich zum Vorquartal leicht zurück. Die potenziellen negativen Auswirkungen der Hochwasserereignisse in Europa im Sommer 2021 spiegelt sie möglicherweise noch nicht wider.

Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) war 2021 „das teuerste Naturgefahrenjahr aller Zeiten“.  Sowohl die Corona-Pandemie als auch die Flutkatastrophe an der Ahr haben Spuren im Geschäftsergebnis der deutschen Versicherer hinterlassen. Erstmals seit rund acht Jahren schrieben Versicherer aus dem Bereich Schaden- und Unfallversicherung im Jahr 2021 rote Zahlen. Dennoch erzielte die Versicherungswirtschaft im selben Jahr insgesamt über alle Sparten hinweg ein Beitragsplus von 1,1 Prozent (2020: 1,6 Prozent) auf 223,4 Milliarden Euro. „Angesichts der Rekordschäden ist das immer noch ein vorzeigbares Ergebnis“, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Wolfgang Weiler.

Rentabilitätsindikatoren leicht verschlechtert

Nachdem die Solvabilitätsposition in  den vergangenen sechs Quartalen einen steigenden Trend aufwies, ging sie im dritten Quartal für Gruppen zurück. Sie blieben aber immer noch über dem Niveau von Jahresende 2020. Leicht verschlechtert haben sich die Rentabilitätsindikatoren mit einem Anstieg der netto Combined Ratio bei den Nicht-Lebensversicherungen.

Das Risiko von Verflechtungen und Ungleichgewichten bleibt auf einem mittleren Niveau. Das Engagement der Versicherungsgruppen gegenüber Banken ging zurück. Gleichzeitig stieg der Median der Investitionen in Versicherungen und andere Finanzinstitute leicht.

 

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