Das Risiko-Dashboard zeigt die vierteljährliche Risikobewertung der EIOPA für die Versicherungsbranche der Europäischen Union.

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) veröffentlicht ihr aktualisiertes Risiko-Dashboard, das auf den Solvency-II-Daten des zweiten Quartals 2020 basiert. Ein Ergebnis: Die Risiko-Exponierung des Versicherungssektors der Europäischen Union ist im Vergleich zur Risikobewertung vom Juli leicht gesunken.

Allerdings sind die Makrorisiken angesichts der anhaltenden globalen Auswirkungen des Ausbruchs von COVID-19 auf die wirtschaftlichen Aktivitäten nach wie vor sehr hoch. Die wirtschaftlichen Aussichten für Ende September zeigen den stärksten erwarteten Rückgang im letzten Quartal 2020. Eine Erholung wird erst im zweiten Quartal 2021 erwartet. Die Auswirkungen der neuen Welle der Pandemie könnten das BIP-Wachstum weiter nach unten treiben.

Markt- und Kreditrisikoindikatoren haben sich stabilisiert

Darüber hinaus sank der Indikator für die 10-Jahres-Swap-Sätze und erreichte neue Tiefststände. Das Kreditrisiko ging auf ein mittleres Niveau zurück. Die CDS-Spreads nahmen im September in allen Marktsegmenten weiter ab und blieben über dem Niveau vor der COVID-19-Krise. Auch die Marktrisiken gingen auf ein mittleres Niveau zurück. Die Finanzmärkte haben sich im ersten Halbjahr 2020 stabilisiert. Bedenken hinsichtlich der Entkopplung zwischen der Finanzmarktleistung und den wirtschaftlichen Aussichten bleiben dennoch bestehen. Sie könnten zu einer möglichen Marktkorrektur führen.

Die Volatilität an den Aktien- und Rentenmärkten nimmt weiter ab und erreicht für die Rentenmärkte ein niedrigeres Niveau als vor der COVID-19-Krise. Das Rentabilitäts- und Solvabilitätsrisiko geht auf ein mittleres Niveau zurück. Die SCR-Quote für Gruppen hat sich gegenüber dem letzten Quartal leicht verbessert, da sie auf einem niedrigeren Niveau als im letzten Quartal 2019 blieb. Alle Halbjahres-Rentabilitätsindikatoren, die nun den ersten Monat der COVID-19-Krise und ihre Auswirkungen auf die Finanzrenditen umfassen, zeigen die erwarteten Anzeichen einer Verschlechterung.

Rückgang des Prämienwachstums

Die Versicherungsrisiken bleiben auf mittlerem Niveau. Zurückzuführen ist dies auf die allgemeine Besorgnis hinsichtlich des Rückgangs des Prämienwachstums und in einigen Mitgliedsstaaten auf die Angemessenheit der Rücklagen. Insbesondere das Prämienwachstum für das Leben gegenüber dem Vorjahr verzeichnete im zweiten Quartal in Folge eine deutliche Verschlechterung. Dies weist bereits auf negative Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs hin.

Während die Marktwahrnehmungen einen rückläufigen Trend aufweisen, sind sie immer noch auf mittlerem Niveau. Das mittlere Preis-Leistungs-Verhältnis der Versicherungsgruppen in der Stichprobe stieg leicht an und weicht von den niedrigen Werten ab, die im ersten Halbjahr 2020 erreicht wurden.

 

 

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »