Die Software AG – Stiftung (SAGST) verwaltete zum Jahreswechsel 2019/2020 ein Vermögen von 1,3 Milliarden Euro. Der Großteil ist in Direktbeteiligungen – allen voran die Software AG – investiert. Die Kapitalmarktanlage wurde indes ausgelagert. Über die Investment-Ansätze der Stiftung berichtet Antje Schiffler.

Die SAGST erwirbt Aktien und Anleihen immer direkt oder beteiligt sich unmittelbar an Unternehmen, erläutert Markus Ziener, geschäftsführender Vorstand Vermögen und Finanzen. Derivate sind nicht im Portfolio enthalten. In Frage kommen nur solche Produkte, die dem Stiftungszweck nicht entgegenstehen. „Das Vermögensmanagement verfolgt mit den Geldern eine angemessene Rendite statt Ertragsmaximierung, um dem Kapital einen Sinn zu geben“, fasst Ziener das Anlageprinzip der Stiftung zusammen.

Mit 61,7 Prozent steckt ihr Kapital vor allem in Direktbeteiligungen an Unternehmen. Rund zwei Drittel dieser Anlageklasse macht dabei das Aktienpaket an der Software AG aus. Hier ist die Stiftung mit 33 Prozent Ankerinvestorin.

Danach folgen mit 21,4 Prozent Anlagen in Aktien- und Rentenwerte über einen Spezialfonds. Er wird von der Prisma Investment GmbH betreut, die 2011 von einem damaligen Mitarbeiter der Stiftung gegründet wurde. Die Vermögensgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main hat sich inzwischen auch anderen Investoren geöffnet und verwaltet alles in allem ein Vermögen von 1,4 Milliarden Euro. Kapitalseitig ist die SAGST weiter an dem Asset Manager beteiligt und wirkt zudem auch gremienseitig mit.

Am Kapitalmarkt schließt die Stiftung Investitionen in Unternehmen kategorisch aus, die keine ideelle Wertschöpfung im Sinne der Stiftung betreiben, wie Ziener betont. Firmen aus der Rüstungsindustrie oder Gentechnologie befinden sich deshalb ebenso wenig im Fonds der SAGST wie Investmentbanken.

Mission Investments

Zur dritten Anlage-Klasse zählt mit 15,4 Prozent der Immobilienbereich. Hinzu kommen sogenannte Mission Investments. „Wir investieren unser Geld nicht in Anlagen, die unseren Stiftungszweck konterkarieren würden“, erklärt Ziener. Im Idealfall verlaufe beides Hand in Hand und „es gelingt uns, die Vermögensanlage mit den Förderzielen der Stiftung zu vereinbaren“. Ein Beispiel hierfür ist die Beteiligung an der Bingenheimer Saatgut AG, die sich auf den Verkauf biologisch gezüchteter Pflanzen spezialisiert hat.

Die SAGST gehört mit einer Fördersumme von einer halben Million Euro pro Jahr eigenen Angaben zufolge zu den größten Einzelförderern in der ökologischen Pflanzenzüchtung. Nachhaltige Investitionen wurden darüber hinaus unter anderem auch in zwei Hochschulen, der GLS Bank und der Chancen eG – ein Sozialunternehmen für einkommensabhängige Bildungsfinanzierung – getätigt.

Weitere Mission Investments sind perspektivisch auch in anderen Zusammenhängen – etwa im Bereich der erneuerbaren Energien – denkbar, sofern geeignete Kandidaten gefunden würden, so Ziener.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »