04.09.2019 | Von Marcel Thiel

Lobbyverbände veröffentlichen Appell zu ESG-Gesetzgebung

Die abschließenden Verhandlungen auf EU-Ebene zur Taxonomie für nachhaltiges Wirtschaften gehen in diesem Herbst in die entscheidende Runde.

Bildquelle: Kanjana Jorruang/iStock/GettyImagesPlus

Am 18. Juni 2019 hat die sogenannte „Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG)“ im Auftrag der Europäischen Kommission hierzu ihren zweiten Bericht vorgelegt – den Taxonomy Technical Report. Dabei setzt die TEG den Verordnungsentwurf zur Taxonomie um, der unter anderem sechs Umweltziele vorgibt. Hiervon sind bis jetzt ausschließlich die beiden ersten – Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel – bearbeitet worden. Ziel des EU-Aktionsplans ist es, Kapitalflüsse in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken, finanzielle Risiken zu bewältigen sowie Transparenz und Langfristigkeit zu fördern.

Die Aspekte, auf die es besonders ankomme, haben die langjährig im Bereich des nachhaltigen Investments tätigen Organisationen CRIC (Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit in der Geldanlage), FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen), ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) und oekofinanz-21 (Netzwerk für nachhaltige Vermögensberatung) in der Stellungnahme Nachhaltigkeit mit Breitenwirkung umfassend vorantreiben zusammengefasst. Folgende acht Punkte sind nach Aussagen dieser vier Organisationen von zentraler Bedeutung, damit die Ziele des Aktionsplans erreicht und Beiträge im Sinne der relevanten internationalen Rahmenwerke – Agenda 2030, Aktionsagenda von Addis Abeba und Klimaabkommen von Paris – geleistet werden können:

  1. Offenlegungspflichten für alle Finanzprodukte festschreiben.
  2. Soziale und governance-bezogene Ziele verbindlich aufnehmen.
  3. Eine vollständige Taxonomie entwickeln.
  4.  Diversität und Wissenschaftsexpertise in der Plattform für ein nachhaltiges Finanzwesen sicherstellen.
  5. Berichtspflichten und -standards Taxonomie-kompatibel machen.
  6. Einfache Nutzung sicherstellen und kleine Akteure nicht benachteiligen.
  7. Ökologisch schädliche Stromerzeugung nicht als nachhaltig definieren.
  8. Menschen für den Wandel gewinnen und befähigen. Durch Bildung und Aufklärung.

Politische Maßnahmen mit Blick auf die Realwirtschaft, etwa fiskalischer oder steuerlicher Natur, können auch durch einen ideal verwirklichten EU-Aktionsplan nicht ersetzt werden, so die Initiatoren.

Link zur Stellungnahme und weiteren detaillierten Informationen:

http://forum-ng.org/images/Stellungnahme/Gemeinsame_Stellungnahme_Taxonomie_Verhandlungen

 

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