13.09.2019 | Von Marcel Thiel

Enttäuschende Rendite im ersten Halbjahr bei Liquid Alternatives

Im Langfristvergleich bessere Ergebnisse als Liquide Hedgefonds.

Bildquelle: MicrovOne/iStock/GettyImagesPlus

Im ersten Halbjahr erzielten fast alle in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Absolute Return-Fonds im Durchschnitt positive Erträge. Dies zeigt die von Lupus alpha halbjährlich durchgeführte Absolute Return-Studie basierend auf Daten des Analysehauses Refinitiv (vormals Thomson Reuters Lipper). Dabei schnitten Long-/Short-Aktienstrategien mit Fokus USA am besten ab (10,7 Prozent). Insgesamt jedoch konnte das Segment von dem freundlichen Kapitalmarktumfeld nur bedingt profitieren und enttäuschte im laufenden Jahr mit einer Wertentwicklung von durchschnittlich 3,9 Prozent.

Der Langfristtrend sieht jedoch anders aus: Auf Sicht von fünf Jahren übertrafen die untersuchten Fonds mit einer jährlichen Wertentwicklung von 1,95 Prozent deutlich die Rendite liquider Hedgefonds (gemessen am HFRX Index). Diese wiesen im Durchschnitt ein Minus von 0,11 Prozent pro Jahr auf. Top Performer über fünf Jahre waren Long-/Short-Aktienstrategien mit Fokus USA (7,2 Prozent) gefolgt von US-Dollar-denominierten Absolute Return Bonds-Fonds (5,0 Prozent). Damit entwickelten sich Aktien und Renten auch über diesen Zeitraum besser als die alternativen Anlagestrategien.

„Das Umfeld war geprägt von der extrem lockeren Geldpolitik der EZB und der US-Notenbank Fed sowie den damit verbundenen Marktverzerrungen. Die traditionellen Anlageklassen profitierten in besonderem Maße von dieser Situation. Das ist den alternativen Anlagekonzepten offensichtlich nicht in gleichem Maße gelungen“, sagt Ralf Lochmüller, CEO und Managing Partner von Lupus alpha. „Offenbar waren viele Fonds nach dem Kursrutsch Ende 2018 zu defensiv aufgestellt und konnten von der Markterholung nicht im anzunehmenden Umfang profitieren“, so Lochmüller weiter.

Das Segment der Absolute Return-Fonds und alternativen UCITS-Fonds wuchs in den ersten sechs Monaten 2019 auf über 265 Milliarden Euro verwaltete Assets. In erster Linie ist dieses Wachstum jedoch auf eine Reklassifizierung des Fondsuniversums durch den Datenanbieter Refinitiv zurückzuführen, in deren Zuge neue Fondskategorien in die untersuchte Palette aufgenommen wurden. Die Zahl der Fonds ist von 806 Ende 2018 auf 852 Ende Juni 2019 gestiegen. Auch dieses Wachstum resultiert fast ausschließlich aus der Reklassifizierung bestehender Fonds.

Bereinigt um diese Verschiebungen ergibt sich ein Rückgang bei der Anzahl der Fonds: 25 neuen Produkten standen dabei 55 Schließungen gegenüber. Der Anteil institutioneller Anteilklassen am Universum ist auf 45 Prozent angestiegen. Die Bedeutung institutioneller Investoren in dem untersuchten Universum nimmt damit seit 2015 kontinuierlich zu. Noch vor vier Jahren lag ihr Anteil am Gesamtvolumen bei nur knapp einem Drittel.

Die Präsentation mit weiterführenden Informationen finden Sie hier:

https://www.lupusalpha.de/fileadmin/Service_Downloads/La_Absolute_Return-Studie_2019-06_EV.pdf

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