Der technologische Fortschritt verläuft nach wie vor exponentiell, kein Sektor kann sich seiner Wirkung entziehen. Das damit verbundene Potenzial für Anleger ist gross. Doch worauf sollten Investoren achten?

Die Expansion und Transformation klassischer Sektoren in eine zunehmend hochtechnologisierte Wirtschaft ist bereits seit gut 30 Jahren zu beobachten. Holger Kahlert, Spezialist für Indexlösungen bei der Credit Suisse, nennt als Beispiele für stark technologieorientierte Unternehmen Amazon und Tesla, die Teil des Nicht-Basiskonsumgütersektors des MSCI USA Index sind. «Die Reise hin zu einer von Grund auf veränderten, Technologie-gesteuerten Wirtschaft hat unserer Ansicht nach gerade erst begonnen», erklärt er. Die technologischen Trends gingen weit über wachstumsstarke Internetunternehmen hinaus und würden jeden Sektor auf die eine oder andere Weise erfassen. Und er fährt fort: «Wir haben zum Beispiel während der Corona-Pandemie gesehen, wie Unternehmen in den Bereichen der intelligenten Gesundheit und künstlichen Intelligenz einen massiven Wachstumsschub erlebt haben. Darüber hinaus gehören Unternehmen, die mit der Blockchain, dem Internet der Dinge oder der Sharing Economy in Verbindung stehen, zu den innovativsten Firmen – obschon sie nicht primär zu den Technologieunternehmen zählen.»

Kahlert führt weitere technologische Veränderungen an, die derzeit die globalen Lieferketten, den Energieverbrauch und die industrielle Produktion teils fundamental umstrukturieren würden: «Die Liste von Möglichkeiten, die sich bereits in naher Zukunft realisieren lassen könnten, ist lang. So könnten inskünftig ganze Sektoren wie etwa das Transportwesen praktisch vollständig elektrifiziert werden. Fortschritte in der Fertigung mithilfe des 3D-Drucks haben das Potenzial, die Kosten zu senken und neue Materialien und Bauteile hervorzubringen. Und die Weiterentwicklung der Batterietechnologie könnte eine konstante Versorgung mit erneuerbarer Energie ermöglichen.»

Schneller Wandel und grosse Firmenauswahl fordern die Investoren

Auch wenn Anleger an dieser umfassenden Technisierung in der Wirtschaft partizipieren wollten: Ganz so einfach sei das nicht, meint Kahlert. Denn der Wandel vollziehe sich immer schneller. Weil technologische Erfindungen von den Konsumenten schneller angenommen, dann aber auch schneller durch neuere ersetzt werden könnten, würden sich Konjunkturzyklen teils deutlich verkürzen.

Die grosse Herausforderung für Anleger, die durch Einzelaktieninvestitionen an der Technisierung teilhaben möchten, liegt nach Ansicht von Kahlert primär in zwei Bereichen: Sie müssten einerseits beurteilen können, welche Zukunftstechnologien wirklich wichtig seien. Sie sollten andererseits aber auch erkennen können, welche Unternehmen diese Technologien gewinnbringend einsetzten. «Investmentfonds, die das investierte Kapital breit streuen, können hier von Vorteil sein – der rasche Wandel macht es jedoch selbst für aktiv gemanagte Branchenfonds, die auf Standard-Branchenklassifikationen beruhen, herausfordernd, aktuelle Umbrüche und Innovationen vollständig widerzuspiegeln», warnt er.

Indexprodukte ermöglichen Investitionen in die Technisierung

Eine effiziente Möglichkeit, in die Technisierung verschiedener Sektoren zu investieren, sieht Kahlert in Indexprodukten, die thematisch auf Innovation ausgerichtet sind: «Sie versuchen, den Referenzindex so genau wie möglich nachzubilden. Dabei ist es für Anleger wichtig, sich über das Konzept und die Methodik des dem Produkt zugrundeliegenden Index zu informieren.» Die innovativeren Indizes im Bereich der technologischen Disruption blicken laut Kahlert über den Technologiesektor hinaus, um Unternehmen zu identifizieren, deren Fortschritte in der wissenschaftlichen Forschung zu technologischen Durchbrüchen und Innovationen führen könnten. «Ein Engagement in breit diversifizierte Indexfonds, die themenbasiert über verschiedene Industriezweige hinweg in als innovativ identifizierte Unternehmen investieren, kann daher eine gute Ergänzung für ein zukunftsorientiertes Portfolio sein», rät er.

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