Die OECD treibt die digitale Transformation bei den Steuerbehörden erheblich voran. Auch die Eidgenössische Steuerverwaltung hat Fortschritte gemacht. Der Datenhunger der Steuerverwaltungen steigt stetig an.

Steuerverwaltungen weltweit geben bereits bis zu 25 Prozent ihres gesamten Betriebsbudgets für neue Technologien aus. Denn der Datenhunger der Steuerverwaltungen steigt weiter an: Sie betreiben riesige Datenbanken voller biometrischer Daten, Informationen aus sozialen Netzwerken und mit Milliarden von steuerrelevanten Transaktionen. Dazu verwenden sie neueste Technologien. Maschinen sollen künftig mehr Aufgaben übernehmen. Das zeigt die Erstausgabe des «Tax Disruption Report 2021/2022» von PwC. Die Publikation macht den Auftakt zu einer Serie von Analysen und Kommentaren zum technologischen Fortschritt von Steuerverwaltungen weltweit.

Steuerverwaltungen sind Vorreiter der digitalen Transformation

Im Teil 1 reflektiert der Report, warum die Steuerverwaltungen die Vorreiter der digitalen Transformation im öffentlichen Sektor sind, und wie ihre Bemühungen von globalen Entwicklungen abhängen. Er zeigt auf, warum sie immer stärker unter Druck geraten, die «Tax gap» mit Hilfe digitaler Technologien zu schliessen. Entsprechend steigt der Datenhunger der Steuerverwaltungen weiter, flankiert von Änderungen der Gesetzgebung und neue Offenlegungspflichten für Daten. Auch die Pandemie hat ihren Teil dazu beigetragen, neuartige Datenquellen zu erschliessen. Zudem werden Steuern zunehmend in eine weiter gefasste Definition von Nachhaltigkeit zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) integriert. In der Folge etablierte sich (freiwillige) Steuertransparenz als neuer Trend. Und: Viele Steuerbehörden gestalten ihre Arbeitswelt digitaler und flexibler, um technikaffine Talente anzuziehen.

Investitionen steigen und die Kluft wächst

In Teil 2 widmet sich der Report den grossen Entwicklungen der letzten Jahre. Die Kluft zwischen den verschiedenen Steuerverwaltungen wächst. Während manche beispielsweise vollständig auf digitale Steuererklärungen umgestellt haben, bleibt eine Minderheit immer noch bei Papier. Diese Kluft lässt sich auch durch die unterschiedliche Fähigkeit der Steuerverwaltungen erklären, die Kosten für den digitalen Wandel tragen zu können. Im Durchschnitt geben die Steuerverwaltungen jetzt schon etwa 10 Prozent ihres gesamten Betriebsbudgets nur für digitale Technologien aus. In Dänemark oder Singapur liegt dieser Wert sogar bei mehr als einem Viertel. Besonders beliebt sind Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) und Datenanalysetools. Viele Steuerverwaltungen sehen die Zukunft in der Nutzung von Cloud Computing, künstlicher Intelligenz und digitaler Ledger-Technologie. Die digitale Transformation von Steuerverwaltungen wird auch auf globaler und regionaler Ebene ganz erheblich vorangetrieben, insbesondere von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI).

Steuerbehörden verwenden modernste Technologien

In Teil 3 des Reports analysieren die Steuerexperten von PwC im Detail, wie 27 Steuerverwaltungen rund um den Erdball digitale Technologien nutzen. Es geht um riesige Datenbanken voller biometrischen Daten, Informationen aus sozialen Netzwerken und Milliarden von steuerrelevanten Transaktionen. Es geht um Tracking-Technologien, die ganze Warenströme verfolgen, um Projekte, die Gesetzestexte automatisiert in Computer-Code umwandeln, um künstliche Intelligenz, die Beschwerdeverfahren bearbeitet, und um modernste Graphdatenbanken. Hier stechen insbesondere die Steuerverwaltungen in Mexico, Brasilien, Australien, UK und China heraus.

Auch in der Schweiz hat man keine Angst vor neuen Technologien

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat in der Betrachtungsperiode ebenfalls Fortschritte gemacht. Sie hat im Januar 2021 die obligatorische digitale Deklaration der Mehrwertsteuer (MWST) eingeführt und die Anwendung ESTV SuisseTax um VAT Return Easy ergänzt. Diese vereinfacht das Einreichen der MWST-Abrechnungen. Im internationalen Vergleich erweist sich die föderal unterschiedliche Handhabung als besonderes Merkmal des Schweizer Fiskus. So akzeptiert etwa der Kanton Zug seit Februar 2021 von Unternehmen und Privatpersonen Steuerzahlungen bis zu einem Betrag von 100’000 Franken in den Kryptowährungen Bitcoin und Ether. Damit will Zug, wo zahlreiche Kryptounternehmen domiziliert sind, sein Image als Swiss Crypto Valley stärken.

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