Die Kosten für Vermögensverwaltungsmandate bei Schweizer Banken variieren stark. Manche Mandate sind dreimal so teuer wie die günstigsten. Viele Schweizer Anlegerinnen und Anleger wissen erstaunlich wenig darüber.

Die Vermögensverwaltung ist eines der wichtigsten Geschäftsfelder der Schweizer Banken. Doch Vermögensverwaltungsmandate sind im Allgemeinen teuer. Es gibt aber je nach Bank grosse Unterschiede. «Viele Schweizer Anlegerinnen und Anleger haben ein Mandat bei einer Bank und wissen erstaunlich wenig darüber», beobachtet Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. Die meisten würden einfach ihrem Bankberater vertrauen. Doch das könne sich rächen, so Manz.

Klassische Mandate sind rund doppelt so teuer wie Anlage-Apps

Ein klassisches Vermögensverwaltungsmandat in der Höhe von 250.000 Franken kostet mit einer reinen Aktienstrategie im Durchschnitt 3425 Franken pro Jahr, wie aus der Studie hervorgeht. Das sind 1.37 Prozent. Doch dies entspricht nur den Pauschalgebühren. Hinzu kommen noch Steuern, Börsen-, Fonds- und Fremdwährungskosten. Die Fondsgebühren können ähnlich teuer sein wie das Mandat selbst.

Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Pauschalgebühren bei den Anlage-Apps von digitalen Vermögensverwaltern betragen 0.73 Prozent und setzen meistens deutlich günstigere Produkte ein. Insgesamt sind klassische Mandate rund doppelt so teuer wie Anlage-Apps. Im Extremfall können die Kosten einer klassischen Vermögensverwaltung aber auch ein Mehrfaches der günstigsten Angebote betragen.

Bei den Mandatskosten gibt es grosse Unterschiede

Auch zwischen den klassischen Mandaten gibt es grosse Unterschiede. Ein Beispiel im Bereich der reinen Aktienportfolios: Ein ETF-Mandat in der Höhe von 1 Million Franken bei der Sparkasse Schwyz kostet 6500 Franken pro Jahr, während es beim «Invest Mandate (alle Instrumente)» von der Credit Suisse 19.500 Franken sind. «Das teuerste Angebot ist dreimal so teuer wie das günstigste der untersuchten Mandate», so Manz.

Auch bei anderen Strategien sind die Unterschiede gross. Ein Mandat mit einem mittleren Aktienanteil von 40 bis 60 Prozent kostet im Fall des ETF-Mandats der Sparkasse Schwyz 3500 Franken im Jahr, beim «Invest Mandate (alle Instrumente)» der Credit Suisse sind es 8750 Franken.

Vermögensverwaltung ist nicht gleich Vermögensberatung

Banken unterscheiden zwischen der Vermögensverwaltung und der Anlageberatung. Im Fall der Anlageberatung (auch Vermögensberatung genannt) haben die Kunden das letzte Wort, ob die Bankempfehlungen umgesetzt werden sollen oder nicht.

Für ein reines Aktienportfolio in der Höhe von 500.000 Franken schneidet von den untersuchten Banken die Anlageberatung der Sparkasse Schwyz mit Gebühren von 1500 Franken pro Jahr am günstigsten ab, gefolgt vom Uno-Mandat der Basellandschaftlichen Kantonalbank mit 1750 Franken und Invest Compact der Credit Suisse mit 2500 Franken pro Jahr.

Methodik

Moneyland.ch hat die Pauschalgebühren für drei verschiedene Anlagebeträge in der Höhe von 250.000, 500.000 und 1 Million Franken für je drei unterschiedliche Aktienstrategien von klassischen Schweizer Vermögensverwaltungsmandaten erhoben und verglichen. Die drei verglichenen Strategien sind die folgenden: Minimales Risiko (0 Prozent Aktien, vor allem Obligationen), mittleres Risiko (40 bis 60 Prozent Aktien) und hohes Risiko (80 bis 100 Prozent Aktien). Im Bereich der Anlageberatung hat moneyland.ch die Gebühren dieser Strategien für einen Anlagebetrag von 500.000 verglichen. Die Produktgebühren konnten aufgrund mangelnder Daten nicht erhoben werden.

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