WTW Swiss Pension Finance Watch: Pensionsverpflichtungen im vierten Quartal im Aufwind

Der WTW-Pension Index kletterte im vierten Quartal 2022 aufgrund eines weiteren Anstiegs der Diskontsätze um 2,9 Prozent nach oben. Steigende Diskontsätze trugen dazu bei, dass die internationalen Unternehmensbilanzen 2022 positiv ausfielen. Doch für lokale Pensionskassen und deren Deckungsgrad erwarten die WTW-Experten eventuell sogar die Notwendigkeit, Sanierungsmassnahmen einzuleiten. Für das neue Jahr 2023 prognostizieren sie risikoscheue Märkte.

Der Anstieg der Diskontierungssätze im Laufe des Jahres 2022 half dabei, den Rückgang der Vermögenswerte mehr als zu kompensieren. Die Netto-Pensionsverpflichtungen in den Unternehmensbilanzen verbesserten sich zum Jahresende 2022 deutlich gegenüber Ende 2021. Der WTW-Pension Index kletterte im Jahresverlauf um 10 Prozent in die Höhe. Im vierten Quartal stiegen Unternehmensanleihen, die den Diskontierungssatz bestimmen, um weitere 10 Basispunkte, wodurch die Pensionsverpflichtungen im Laufe des Quartals leicht zurückgingen.

Der Deckungsgrad – also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen – betrug gemäss Swiss Pension Finance Watch 125,3 Prozent am 30. September 2022 und 128,2 Prozent per 31. Dezember 2022, wie der WTW-Pension Index belegt. Die Pensionsverpflichtungen nach internationalen Rechnungslegungsstandards liegen zum Jahresende rund 20 Prozent tiefer als zu Beginn des Jahres. Das gleicht die negative Indexrendite von –15 Prozent gemäss dem Swiss Pension Finance Watch von WTW mehr als aus.

«Das Jahr 2022 brachte eine starke und rasche Umkehrung des seit mehr als zehn Jahren anhaltenden Trends sinkender und dauerhaft niedriger Unternehmensanleihen», kommentiert Adam Casey, Head of Corporate Retirement Consulting bei WTW in Zürich. «Trotz der im Jahr 2022 sinkenden Vermögenswerte hat dies zu einem positiven Jahr für die internationalen Unternehmensbilanzen geführt. Allerdings präsentiert sich die Situation für lokale Pensionskassen anders, da ihre Verbindlichkeiten nicht mit den Vermögenswerten sinken.»

Sinkt der lokale Deckungsgrad von Pensionskassen unter 100 Prozent, müssen diese Sanierungsmassnahmen in Betracht ziehen, um den Finanzierungsgrad wieder zu erhöhen. «Die Unterdeckung auf lokaler Ebene beeinträchtigt die internationalen Bilanzen der Unternehmen nicht», erklärt Adam Casey. «Allerdings kann es bei einem weiteren Rückgang der Vermögenswerte erforderlich werden, dass die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden zusätzliche Beiträge einzahlen. Die Unternehmen sollten daher auf jeden Fall den lokalen Deckungsgrad im Auge behalten und in Erwägung ziehen, mit der Pensionskasse geeignete Asset-Liability-Matching-Strategien zu diskutieren, so lange sich Renditeanleihen nahe am lokalen Diskontierungssatz für Verbindlichkeiten bewegen oder sogar höher liegen als dieser.»

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