Die verwalteten Vermögen der von der UBS beobachteten rund 70 Pensionskassen haben im Juli nach einem sehr schlechten ersten Halbjahr 2022 wieder besser performt. Anleihen und Aktien schlossen den Monat im grünen Bereich.

Das erste Halbjahr 2022 war an den globalen Finanzmärkten so schlecht wie seit Dekaden nicht mehr. Der amerikanische Aktienmarkt brach um 20 Prozent ein und damit so tief wie zuletzt 1970. Auch der Schweizer Aktienmarkt schlug auf die Pensionskassenportfolios so negativ durch wie seit 2008 nicht mehr. Dabei war der Juni der schlechteste Monat seit langem, was sich im Sample der UBS in einer Negativperformance der verwalteten Pensionskassenvermögen von -3,54 Prozent nach Gebühren zeigte. Die Rendite seit Jahresbeginn lag bei -8,94 Prozent.

Performance war im Juli klar positiv

Umso erfreulicher präsentiert sich der Juli, in dem die von der UBS beobachteten Pensionskassen mit ihren verwalteten Vermögen eine durchschnittliche Performance von +2,57 Prozent nach Gebühren erzielten. Damit beträgt die Rendite seit Jahresbeginn -6,60 Prozent. Seit Messbeginn 2006 steht sie bei 66,43 Prozent.

Die Bandbreite der Performance aller Pensionskassen lag im Juli bei 4,53 Prozentpunkten. Das beste Ergebnis von 4,51 Prozent lieferte eine grosse Pensionskasse mit mehr als einer Milliarde Franken an verwalteten Vermögen, das schlechteste mit -0,02 Prozent ist bei einer kleinen Pensionskasse mit verwalteten Vermögen unter 300 Millionen Franken zu finden. Die Bandbreite der grossen Pensionskassen mit mehr als einer Milliarde an verwalteten Vermögen war mit 3,11 Prozent am kleinsten; bei den mittleren Pensionskassen belief sie sich auf 3,14 Prozent und bei den kleinen auf 4,05 Prozent.

Die Sharpe Ratio (der letzten 36 Monate) lag mit durchschnittlich 0,54 höher als im Vormonat (0,46). Die grossen Pensionskassen (0,63) und die mittleren (0,59) wiesen eine höhere risikoadjustierte Rendite auf als die kleinen (0,44).

Anleihen und Aktien rentierten wieder besser

Anleihen und Aktien schlossen den Monat im grünen Bereich, mit 5,27 Prozent Rendite für internationale Aktien, 4,64 Prozent für Schweizer Aktien, 3,21 Prozent für Schweizer Frankenanleihen und 1,96 Prozent für Fremdwährungsanleihen. Immobilien zeigten sich mit 0,67 Prozent Rendite leicht positiv, während Hedgefonds und Private Equity um 0,92 beziehungsweise 1,25 Prozent zurückgingen. Alternative Anlageklassen haben sich seit Jahresbeginn weiterhin positiv entwickelt.

Aufwärtspotenzial an den Finanzmärkten ist beschränkt

Wie die Ökonomen der UBS erläutern, ist die Inflation eines der wirtschaftlich dominierenden Themen. Das habe dazu geführt, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsen angehoben habe, überraschend sogar um 0,50 Prozentpunkte auf exakt null Prozent. Die US-Notenbank Fed habe die Leitzinsen in den letzten Julitagen um weitere 0,75 Prozentpunkte erhöht: «Die Märkte sahen dies positiv, die Aktienmärkte wie auch die Anleihenpreise beendeten den Monat zumeist leicht im Plus.»

Das Augenmerk lege sich nun aber vermehrt auf die Wirtschaftsdynamik, so die Ökonomen weiter: «Die Berichtssaison war robust, was den Aktienmärkten zusätzlich Auftrieb gab. Einige vorausschauende Wirtschaftsindikatoren zeichnen jedoch ein weniger zuversichtliches Bild. So dürfte das Aufwärtspotenzial an den Finanzmärkten in den nächsten Monaten beschränkt sein.»

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