Wohnliegenschaften an luxuriösen Standorten haben sich 2021 mit rund 10 Prozent doppelt so stark verteuert wie der Gesamtmarkt. Die Preise dürften 2022 nochmals leicht steigen. Der Wachstumszenit scheint aber überschritten zu sein.

Die Aufwärtsspirale im Luxusimmobilienmarkt setzte sich auch 2021 fort. Liegenschaften an den luxuriösen Standorten der Schweiz wurden zu rund 10 Prozent höheren Preisen angeboten als noch im Vorjahr; der Anstieg war damit dreimal so hoch wie im Durchschnitt der letzten Dekade. Im Vergleich zum Gesamtmarkt stiegen die Immobilienpreise im Luxussegment 2021 rund doppelt so stark an, wie der «UBS Luxury Property Focus 2022» zeigt.

Preise an Toplagen der Zentralschweiz stiegen überdurchschnittlich

Luxusimmobilien verteuerten sich in allen analysierten Regionen. Überdurchschnittliche Preisanstiege waren an den Toplagen der Zentralschweiz zu verzeichnen. In und um die Grosszentren Genf und Zürich kletterten die Preise im Durchschnitt um rund 10 respektive 12 Prozent. In den luxuriösen Bergdestinationen fiel die Entwicklung hingegen uneinheitlich aus. Im Oberengadin hielten die starken Preisanstiege im tiefen zweistelligen Prozentbereich das zweite Jahr in Folge an. Im Tessin stiegen die Preise nur bei Eigentumswohnungen, bei Einfamilienhäusern gingen sie hingegen leicht zurück. In den Walliser Alpen entwickelten sich die Preise teils unterdurchschnittlich.

Oberengadin verzeichnet die höchsten Preise für Luxusimmobilien

Damit verzeichnet das Oberengadin die höchsten Preise für Luxusimmobilien. Für Topliegenschaften befinden sie sich über der Marke von 31.000 Franken pro Quadratmeter. In den Erstwohnungsmärkten in und um die Städte Genf und Zürich sowie in der Zentralschweiz beginnt das Luxussegment bei einem Niveau von knapp 24.000 Franken. Lediglich im Tessin wechseln luxuriöse Objekte bereits ab rund 19.000 Franken pro Quadratmeter die Hand.

Vermögensanstiege begünstigten Marktentwicklung

«Für die starke Marktentwicklung im Luxussegment waren die beträchtlichen Vermögensanstiege aufgrund eines sehr guten Börsenjahrs massgeblich verantwortlich», erklärt UBS-Immobilienökonomin Katharina Hofer. Das habe einen Anstieg der Interessentenzahl in der Preiskategorie im mittleren bis hohen einstelligen Millionenbereich erlaubt. Die erhöhte Nachfrage sei auf ein grundsätzlich begrenztes Angebot an den Toplagen getroffen. Und sie ergänzt: «In der Folge fanden viele Liegenschaften verhältnismässig schnell einen Käufer und mussten nicht online ausgeschrieben werden. Daher brach die Zahl der inserierten Objekte an einigen der Toplagen gegenüber dem Niveau vor der Coronapandemie zwischen einem Drittel und der Hälfte ein.»

Nachfrage nach Luxusimmobilien dürfte nun abflachen

Die inländische Nachfrage nach Luxusimmobilien dürfte im laufenden Jahr einen Dämpfer erfahren, wie die Immobilienexperten der UBS vermuten. Zum einen werde ein bisher turbulentes Börsenjahr wohl kaum Vermögenssteigerungen der gleichen Grössenordnung wie im Vorjahr zulassen. Auch das Schweizer Wirtschaftswachstum – als wichtiger Treiber für die Nachfrage nach luxuriösen Liegenschaften – dürfte sich 2022 gegenüber dem Vorjahr verlangsamen, so die Experten. Gleichzeitig werde die Nachfrage aus dem Euroraum aufgrund der Kaufkrafteinbussen durch den gegenüber dem Schweizer Franken schwächeren Euro weniger stark ausfallen. Die Coronapandemie habe die Nachfrage nach Luxusimmobilien aber nachhaltig zugunsten der eidgenössischen Destinationen verändert: «Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit bietet die Schweiz mit ihren stabilen Institutionen einen begehrten Rückzugsort. Das dürfte das Interesse an Liegenschaften an den besten Lagen generell aufrechterhalten.»

Zahlungsbereitschaft für Luxusliegenschaften sinkt

Dennoch dürften steigende Finanzierungskosten, Vermögenseinbussen und wirtschaftliche Unsicherheit die Zahlungsbereitschaft für Luxusliegenschaften mässigen, glaubt auch Claudio Saputelli, Leiter Swiss & Global Real Estate bei der UBS: «Dank eines starken ersten Quartals erwartet UBS CIO GWM im laufenden Jahr zwar erneut steigende Preise im mittleren einstelligen Prozentbereich, doch der inzwischen vier Jahre andauernde Aufwärtstrend auf dem Schweizer Luxusmarkt dürfte deutlich an Fahrt verlieren.»

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »