Der internationale Steuerwettbewerb im Bereich hoch qualifizierter Fachkräfte setzt sich fort: Die Steuerbelastung für ihre Einkommen ist 2021 gesunken. Die Schweiz ist dabei gut positioniert.

Der internationale Steuerwettbewerb spielt nicht nur bei den Unternehmen, sondern auch bei der Besteuerung von hoch qualifizierten Fachkräften. Wie der BAK Taxation Index 2021 zeigt, ist die Steuerbelastung für ihre Einkommen im Schnitt leicht gesunken. Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Steuerbelastung in den Schweizer Kantonen in den letzten zwei Jahren leicht erhöht. Trotzdem bleiben die Kantone bei der Besteuerung von Hochqualifizierten im internationalen Ranking gut bis sehr gut positioniert. Alle Kantone belasten Fachkräfte weniger stark als im internationalen Mittel üblich. Gerade die wichtigsten europäischen Konkurrenzstandorte weisen teils massiv höhere Belastungen auf.

Grafik BAK Taxation Index für hoch qualifizierte Arbeitskräfte 2021

In der aktuellen Ausgabe des BAK Taxation Index wurde untersucht, wie die Schweizer Kantone bei der Besteuerung von hoch qualifizierten Fachkräften abschneiden. Gemessen wurde die effektive Steuer- und Abgabenbelastung für alleinstehende Arbeitnehmer mit einem Nachsteuereinkommen von 100’000 Euro.

Steuerbelastung für Hochqualifizierte ist international gesunken

Die Tendenz zur Verschärfung des internationalen Steuerwettbewerbs bei Hochqualifizierten hat sich zwischen 2019 und 2021 fortgesetzt. Sie fiel allerdings moderater aus als in den Vorjahren. Der Bruttoinlandprodukt-gewichtete Durchschnitt der effektiven Steuerbelastung (EATR) für hoch qualifizierte Arbeitskräfte sank um -0.3 Prozentpunkte, zwischen 2017 und 2019 waren es noch -1.1 Prozentpunkte. Insgesamt haben in den letzten beiden Jahren mehr internationale Konkurrenzstandorte die Steuerbelastung gesenkt als erhöht, insbesondere in Europa. Die grössten Steuerentlastungen wurden in Ungarn (-4,1 Prozentpunkte), Schweden (-1,9 Prozentpunkte) und Spanien (-1,1 Prozentpunkte) verzeichnet. Am stärksten erhöht wurde die Steuerbelastung in der Slowakei (+1,3 Prozentpunkte), Hongkong (+0,9 Prozentpunkte) und Tschechien (+0,7 Prozentpunkte).

Der Schweizer Durchschnitt der Steuerbelastung für Hochqualifizierte stieg zwischen 2019 und 2021 leicht an (+0,1 Prozentpunkte). Die Anzahl der Kantone mit Erhöhungen (14) übertraf jene mit Senkungen (12) knapp. Die Veränderungen fielen aber alle moderat aus.

Schweizer Kantone bleiben attraktiv

Trotz des internationalen Trends zu Steuersenkungen bei den Hochqualifizierten sind die Schweizer Kantone im internationalen Ranking aktuell weiterhin gut bis sehr gut positioniert. Am besten schneiden die Zentralschweizer Kantone wie zum Beispiel Obwalden, Schwyz und Uri ab. Am anderen Ende des Spektrums liegen Westschweizer Kantone. Die Steuerbelastung liegt jedoch in allen 26 Kantonen unterhalb des internationalen Durchschnitts (37,6 Prozent).

Besonders attraktiv ist die Steuerbelastung für Hochqualifizierte in den Schweizer Kantonen verglichen zu den naheliegenden Konkurrenzstandorten in West-, Süd- und Nordeuropa. So liegt die Belastung beispielsweise in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Österreich um rund 10 Prozentpunkte höher als im Schweizer Mittel (32,3 Prozent); in Italien ist sie sogar um 20 Prozentpunkte höher.

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