Wer in der Schweiz seine Wohnimmobilie finanzieren will, geht dafür nicht mehr zwingend zu einer Bank oder Versicherung. Immer mehr Kunden schliessen einen Hypothekarvertrag mit einer Pensionskasse ab. Ihr Marktanteil wächst rasant.

Die Pensionskassen waren im ersten Halbjahr 2021 die Gewinner bei der Hypothekarvergabe. Sie konnten ihren Anteil am vermittelten Hypothekarvolumen gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr auf 19 Prozent (+27 Prozent) steigern. Dies, obwohl 67 Prozent (-1 Prozent) aller Hypothekarabschlüsse an eine Bank vermittelt wurden. Das geht aus einer halbjährlichen Publikation des Vermittlers MoneyPark und der Immobilienbewertungsfirma PriceHubble hervor.

Versicherungen sind die grossen Verlierer

In der Deutschschweiz legten die Pensionskassen beim vermittelten Volumen um einen Drittel zu und erreichten mit einem Anteil von 27 Prozent einen neuen Halbjahresrekord. Auch in der Westschweiz konnten die Pensionskassen zulegen, mit rund 20 Prozent aber weniger stark. Das geschah insbesondere zu Lasten der Versicherungen, welche mit insgesamt 14 Prozent (-18 Prozent) den niedrigsten Volumenanteil der vergangenen zwei Jahre aufweisen.

Lange Laufzeiten sind aufgrund des Zinsanstiegs weniger gefragt

Entgegen dem Trend der letzten Jahre wurden im ersten Halbjahr wieder vermehrt kurz- und mittelfristige Hypotheken abgeschlossen. Dies dürfte in direktem Zusammenhang mit dem Zinsanstieg vom Februar 2021 stehen, als der Richtsatz der zehnjährigen Festhypothek um 13 Basispunkte auf 1,30 Prozent anstieg, wie die Experten von MoneyPark spekulieren. Das grösste Minus verzeichneten Laufzeiten über 10 Jahre, welche nur noch 11 Prozent des vermittelten Volumens ausmachten und damit knapp die Hälfte einbüssten.

Zehnjährige Festhypotheken konnten sich halten

Zehnjährige Festhypotheken hielten sich trotz des markanten Zinsanstiegs relativ gut. Es wurden lediglich 5 Prozent weniger Volumen auf zehn Jahre fixiert als noch im zweiten Halbjahr 2020. In der Romandie sank das Volumen der zehnjährigen Laufzeit sogar nur um einen Prozentpunkt, in der Deutschschweiz dagegen um 5 Prozentpunkte. Damit bleibt die Westschweiz bei Hypotheken insgesamt längerfristig orientiert als die Deutschschweiz.

Hypothekarabschluss bei einer Pensionskasse kommt günstiger

Bei einer zehnjährigen Laufzeit lagen Hypotheken von Pensionskassen in der Deutschschweiz um 41 Basispunkte und in der Westschweiz um 37 Basispunkte tiefer als der durchschnittliche Richtsatz. Dieser betrug für eine zehnjährige Festhypothek im ersten Halbjahr 1,23 Prozent und kam damit erstmals seit zwei Jahren wieder über 1,2 Prozent.

Damit sind die effektiv abgeschlossenen Zinsen in der Deutsch- und Westschweiz wieder näher zusammengekommen. Verantwortlich dafür ist insbesondere der Zinsanstieg bei den Banken und Pensionskassen in der Deutschschweiz.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »