Die Hypothekarzinsen bewegen sich seit Ende August 2021 wieder stark aufwärts. Die durchschnittlichen Richtzinssätze für 10-jährige Festhypotheken stiegen seither auf rund 1,3 Prozent. Damit notieren sie so hoch wie zuletzt im März 2019.

Der Hypotheken-Index des Schweizer Online Vergleichsdienstes moneyland.ch weist seit Ende August 2021 für alle Laufzeiten steigende Zinssätze aus. Die Hypothekarzinssätze stiegen bereits Anfang Jahr stark an, sanken dann aber wieder zur Jahresmitte hin. Ende August notieren die 10-jährigen Festhypotheken wieder fast so tief wie zu Jahresbeginn.

Seitdem befinden sich die Hypothekarzinsen wieder in einer starken Aufwärtsbewegung: Die durchschnittlichen Richtzinssätze für 10-jährige Festhypotheken stiegen von 1,11 Prozent Ende August um 0.20 Prozentpunkte auf 1,31 Prozent Ende Oktober. «10-jährige Festhypotheken sind damit so teuer wie seit März 2019 nicht mehr», sagt Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch.

5-jährige Festhypotheken überschreiten 1 Prozent

Ende August lagen die Richtzinssätze von Festhypotheken mit einer Laufzeit von 5 Jahren noch bei 0,93 Prozent und damit auf einem Mehrjahrestief. Seither folgte ein Zinsanstieg um 0,09 Prozentpunkte auf 1,02 Prozent. Somit sind die 5-jährigen Festhypotheken, die eine deutlich tiefere Schwankungsbreite aufweisen als die 10-jährigen, auf dem höchsten Stand seit April 2020.

15-jährige Festhypotheken sind stark angestiegen

Auch die Richtzinssätze von Festhypotheken mit einer Laufzeit von 15 Jahren stiegen seit Ende August 2021 von 1,35 Prozent auf 1,61 Prozent Ende Oktober an. Sie erreichen damit fast ein Mehrjahreshoch.

Inflationsängste befeuern Zinsanstieg

«Ein Grund für die steigenden Hypothekarzinsen ist das Wiederaufflammen von Inflationsängsten», erklärt Felix Oeschger, Analyst bei moneyland.ch. Tatsächlich zweifeln immer mehr Marktbeobachter an, dass die erhöhten Inflationsraten tatsächlich nur temporärer Natur sind, wie ursprünglich von Notenbanken behauptet wurde. «Eine länger anhaltende oder stärker ausfallende Inflation könnte die Notenbanken dazu zwingen, die Zinsen anzuheben, wodurch auch Hypotheken verteuert würden», mahnt Oeschger.

Fast parallel zum Anstieg der Hypothekarzinsen stiegen auch die Renditen an den Anleihemärkten. So stieg die Rendite von 10-jährigen eidgenössischen Bundesobligationen, die eine starke Korrelation zu den 10-jährigen Festhypotheken aufweisen, seit August 2021 von rund -0,43 auf -0,04 Prozent an.

Zinsumfeld dürfte sich normalisieren

Die Zinserwartungen des Marktes sind im Oktober stark gestiegen. «Die Zentralbanker könnten mit ihrer Inflationseinschätzung jedoch richtig liegen. Wir sind zwar der Meinung, dass die Inflationsrate höher ausfallen wird als in den vergangenen Jahren. Die sehr hohen Werte der vergangenen Monate sind aber eher auf Basiseffekte und die mit Corona zusammenhängenden Lieferkettenengpässe zurückzuführen», ist Chris Iggo, CIO Core Investments bei AXA Investment Managers, überzeugt. Die Zinserwartungen in Europa und Grossbritannien deuten für Iggo darauf hin, dass die während der Pandemie getroffenen geldpolitischen Vorgaben bis Anfang 2023 vollständig zurückgenommen werden. Und er fügt an: «Wir befinden uns auf dem Weg zu einer Normalisierung des Zinsumfelds.»

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »