Die Schweiz zählt für den Handel mit digitalen Vermögenswerten zu den führenden Ländern. Bei der Auswahl des Ausführungsplatzes hat die Qualität von Ausführung und Liquidität für Händler oberste Priorität.

Der Kryptomarkt erlebte 2021 einen Boom. Die Marktkapitalisierung wuchs weltweit von 760 Milliarden US-Dollar auf 2.1 Billionen US-Dollar an, mit schätzungsweise bis zu 295 Millionen Nutzern. Diese Entwicklungen führen zu einer neuen Dynamik bei den Ausführungsplätzen für den Handel. Die beliebtesten Krypto-Instrumente sind Kassamärkte, welche in 96 Prozent der Fälle genutzt werden; am wenigsten beliebt sind NDFs (Non-Deliverable Forwards; nicht börsengehandelte, kurzfristige Devisentermingeschäfte) und CFDs (Differenzkontrakte, derivative Produkte), welche in 3 Prozent der Fälle genutzt werden. Trotz der regulatorischen Unsicherheit handeln 30 Prozent der Umfrageteilnehmer auf einer DEX (dezentrale Börse). Das verrät der neue «Crypto Trading Report 2022» von Finery Markets und PwC Schweiz.

Der richtige Finanzplatz ist von entscheidender Bedeutung

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass der richtige Finanzplatz von entscheidender Bedeutung ist. Länder, die ein positives Umfeld für digitale Vermögenswerte fördern, und die von restriktiven Vorschriften absehen, dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Drehscheiben für den Handel mit digitalen Vermögenswerten werden. Unterdessen zählt die Schweiz zu den weltweit führenden Ländern, wenn es um institutionelle Anleger geht, die in digitale Vermögenswerte investieren und Lizenzen in ihrem Sitzland halten. «Die Schweiz hat sich in Bezug auf Handelsplätze für digitale Vermögenswerte zu einem der weltweit vorteilhaftesten Länder entwickelt», weiss Dr. Jean-Claude Spillmann, Director bei PwC Legal Schweiz. Ausschlaggebend hierfür seien die robusten rechtlichen Rahmenbedingungen, die gezielt eingeführt worden seien, um ein hohes Mass an Rechtssicherheit für DLT-basierte Geschäftsmodelle zu gewährleisten. Bei der Distributed Ledger Technologie (DLT) handelt es sich um eine spezielle Form der elektronischen Datenverarbeitung und -speicherung. Spillmann fährt fort: «Dank dieser günstigen Bedingungen kann man sich in der Schweiz die jeweiligen Besonderheiten, eine technologieneutrale und zugängliche, aber dennoch strenge Finanzaufsicht, ein stabiles und sicheres politisches Umfeld sowie die Erfahrung und den Ruf eines seit vielen Jahrzehnten führenden globalen Finanzplatzes – und nicht zuletzt einen umfassenden Pool an gut ausgebildeten internationalen und lokalen Talenten – zunutze machen.»

Kryptomarkt muss sich weiterentwickeln

Für eine vermehrte Einführung von Kryptowährungen spricht nach seiner Ansicht einiges. So würden etwa traditionelle Akteure am Finanzmarkt ein immer stärkeres Interesse an Krypto-Vermögenswerten zeigen. Tatsächlich handeln bereits 70 Prozent von den Umfrageteilnehmern mit digitalen Assets. Allerdings gaben 60 Prozent an, dass sie gerne ihr derzeitiges Trading Setup verbessern würden, was für Spillmann darauf hindeutet, dass der Markt noch nicht ausgereift ist. Erkennbar werde dies auch an der Anzahl der Handelspartner, so Spillmann weiter: Unter den institutionellen Teilnehmern nutzen 9 Prozent nur einen einzigen Handelsplatz für die Ausführung, wohl um das Risiko eines Einzelausfalls gleichmässig zu verteilen. Mehr als 25 Prozent der Umfrageteilnehmer haben mehr als zehn Handelspartner, was Spillmann auf einen stark fragmentierten Markt sowie Konsolidierungsbedarf schliessen lässt. Bei der Wahl einer Börse sind für mehr als zwei Drittel die Qualität der Ausführung und Liquidität als Kriterium ausschlaggebend. Was die Instrumente für den Kryptohandel angeht, so handeln 96 Prozent der Befragten auf den Kassamärkten. Die Mehrheit kombiniert dieses Instrument jedoch mit anderen, beispielsweise mit Futures oder Optionen.

CEX bleibt dominierender Handelsplatz

Derzeit stehen Nutzern mehr als 18’000 Währungen und mehr als 400 Börsen zur Verfügung. Das monatliche Handelsvolumen variiert dabei erheblich. Die meisten Investitionen wurden im Bereich von weniger als 10 Millionen US-Dollar getätigt. Allerdings zeigt die Studie eine Tendenz hin zu steigenden Beträgen, wobei Anleger mehr als 10 Millionen US-Dollar in Krypto-Vermögenswerten handeln. Bei der Auswahl des Handelsplatzes für digitale Vermögenswerte dürften alle Anleger transaktionsspezifische Faktoren in Erwägung ziehen. 90 Prozent der Umfrageteilnehmer handeln auf zentralisierten Börsen (CEXs) und rund die Hälfte im Freiverkehr (OTC). Bei grösseren Volumina gilt die OTC-Variante als am effektivsten. Trotz der regulatorischen Unsicherheit handeln ganze 30 Prozent der Umfrageteilnehmer auch auf dezentralen Börsen (DEXs). «Der Aufbau eines Trading Setups ist für die langfristige betriebliche Effizienz von ausschlaggebender Bedeutung. Bei Finery Markets freuen wir uns, Teil der Research-Bemühungen zu sein, mit denen Institutionen geholfen werden soll, sich im fragmentierten Handelsumfeld für digitale Vermögenswerte zurechtzufinden», erklärt Konstantin Shulga, CEO von Finery Markets.

Über die Studie

Dieses auf einer Umfrage basierende Research wurde von Finery Markets im vierten Quartal 2021 durchgeführt und mit qualitativen Beiträgen und Erkenntnissen des für Finanzmärkte und digitale Vermögenswerte zuständigen Teams von PwC Schweiz kombiniert. Von den 77 Befragten waren 25 Prozent Broker, 22 Prozent Hedgefonds und 12 Prozent OTC-Handelsteams.

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