Die Volatilität an den Finanzmärkten hat sich in den vergangenen Monaten stark erhöht. Die Credit Suisse hat jedoch mehrere langfristige Trends ausgemacht, die eine rasch wachsende Zahl an Geschäftsgelegenheiten zur Folge haben dürften.

Die Covid-19-Pandemie und die Invasion Russlands in der Ukraine haben die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht und weltweit zu Kursverlusten geführt. Das langfristig ausgerichtete thematische Rahmenwerk für Aktien der Credit Suisse, die Supertrends, wurde damit auf die Probe gestellt. Doch die Supertrends haben den MSCI World Index 2021 übertroffen, weiss Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer bei der Credit Suisse. Beeinflusst werden die langfristigen Aktien-Anlagetrends demnach durch besorgte Gesellschaften, Infrastruktur, Technologie, die Silver Economy, die Werte der Millennials und den Klimawandel.

Supertrend-Themen richten sich nach den Zielen der UNO

Diese Supertrends seien so gestaltet, dass sie über Konjunkturzyklen hinausgingen und Anlegerinnen und Anlegern mit Aktien über mehrere Jahre Anlagechancen böten, erklärt Strobaek weiter: «Obwohl kurzfristige Katalysatoren in der Regel einige Supertrends stärker begünstigen als andere, möchten wir die Anlegerinnen und Anleger dazu anregen, über kurzfristige Stimmungs- und Finanzmarktschwankungen hinwegzublicken. Die Supertrends bieten die Möglichkeit, finanzielle, soziale und ökologische Ziele zu erreichen. Wir glauben deshalb, dass unsere Supertrends weiterhin relevant sind.»

Alle Supertrend-Themen sind an den 17 Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ausgerichtet. «Um diese Verbindung effektiv zu erfassen, verfolgt die Credit Suisse die Fortschritte der SDGs der Vereinten Nationen und achtet darauf, dass ihre Anlagethemen mit diesen Nachhaltigkeitszielen vereinbar sind», ergänzt Nannette Hechler-Fayd’herbe, Head of Global Economics and Research bei der Credit Suisse.

Supertrends fokussieren auf gesellschaftlichen Trends

Zu den langfristigen Aktien-Anlagetrends zählt die Credit Suisse sechs Themen:

Besorgte Gesellschaften: Covid-19 stellt zwar für viele Menschen weiterhin einen Sorgenpunkt dar, rangiert aber bereits hinter Bedenken wie Armut, soziale Ungleichheit und Arbeitslosigkeit. Unternehmen sowie Anlegerinnen und Anleger spielen eine wichtige Rolle bei der Suche nach entsprechenden Lösungen. Mit dem jüngsten Inflationsschub hat das Thema Erschwinglichkeit an Dringlichkeit gewonnen, insbesondere wenn es um Wohnraum und Lebensmittel geht. Das ebnet Unternehmen, die Lösungen für diese Herausforderungen bieten, den Weg.

Infrastruktur: 2022 dürfte den Beginn eines mehrjährigen Infrastruktur-Booms markieren, da in den USA und in Europa neue Infrastrukturprogramme von Regierungsseite lanciert werden. Der Grossteil der Ausgaben dürfte auf den Transport, die Energiewende und Kommunikationsinfrastruktur entfallen. Der Preisauftrieb begünstigt tendenziell den Infrastruktursektor. Der Grund: Transportunternehmen und regulierte Versorger profitieren von vertraglich vereinbarten Preisanpassungen, die an den Konsumentenpreisindex oder eine sektorspezifische Inflationskennzahl gekoppelt sind.

Technologie: Seit November 2021 spiegeln die Bewertungen von Technologieaktien ein höheres Zinsniveau sowie die Tatsache wider, dass die während der Pandemie erzielten hohen Wachstumsraten nicht haltbar sein dürften. Doch die digitale Revolution ist noch lange nicht beendet, wobei neue Katalysatoren wie das Metaversum diesen Trend antreiben. In digitales Marketing sowie in Produktion und Vertrieb im Metaversum dürfte deutlich mehr investiert werden, da immer mehr Menschen diese virtuellen Welten bevölkern.

Silver Economy: Im Mittelpunkt steht die Prognose, dass sich die Anzahl der Seniorinnen und Senioren weltweit bis 2050 auf mehr als zwei Milliarden verdoppeln wird. Dies wird für Nachfrage sorgen, aber auch Herausforderungen mit sich bringen, die innovative Lösungen im Gesundheitswesen, bei Versicherungen sowie an den Konsum- und Immobilienmärkten erfordern. Zu den Therapiebereichen, die in diesem Zusammenhang besonders relevant sind, gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Onkologie und Neurologie. Neben dem Gesundheitssektor weist der Supertrend Silver Economy aber auch ein Exposure gegenüber Finanzunternehmen auf, denen ein Umfeld mit steigenden Zinsen zugutekommen sollte, ebenso wie mit ausgewählten Konsumwerten.

Werte der Millennials: Die Lieferketten und die Konsumtrends haben sich nach der Covid-19-Krise noch nicht wieder normalisiert, wodurch der Konsum kurzfristig schwanken kann. Die langfristigen Trends sind jedoch fest verankert. Beispielsweise dürften die jüngeren Generationen simulierte digitale Umgebungen in ihren Alltag integrieren. Überdies spielt Nachhaltigkeit beim Konsum für diese jüngeren Generationen eine zentrale Rolle. Sie machen sich grosse Sorgen um die Umwelt und wollen den Wandel vorantreiben, indem sie nachhaltiger leben. Dies gilt vor allem für die Schwellenländer, wo der Grossteil dieser Altersgruppe lebt.

Klimawandel: Die Entwicklungen der letzten Zeit machen deutlich, dass vom jüngsten Anstieg der Energiepreise ein wichtiger Impuls ausgehen dürfte, die globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für die Stromerzeugung und den Verkehr zu verringern. Auch die Lebensmittelindustrie, die für weit über 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, hat die Reduktion ihres CO2-Fussabdrucks in Angriff genommen und bietet langfristig interessante Chancen in einer Vielzahl von Branchen.

Langfristige Trends bieten Anlagepotenzial

Auch fünf Jahre nach ihrer Lancierung legen die Supertrends der Credit Suisse ihren Fokus auf langfristige und mehrjährige gesellschaftliche Trends. Dabei hat sich die jüngste Marktvolatilität nicht wesentlich auf die Supertrends ausgewirkt. Diese dürften aber eine rasch wachsende Zahl an Geschäftsgelegenheiten zur Folge haben, sind die CS-Experten überzeugt.

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