Schweizer Immobilienfonds veröffentlichen künftig umweltrelevante Kennzahlen. Mit diesem Best-Practice-Standard will die Vermögensverwaltungsbranche die Schweiz als führenden Hub für Sustainable Finance etablieren.

Die Asset Management Association Switzerland (AMAS) hat beschlossen, dass Schweizer Immobilienfonds ihre Transparenz für Anlegerinnen und Anleger erhöhen und künftig umweltrelevante Kennzahlen publizieren müssen. Die Kennzahlen umfassen den Energieträgermix, den Energieverbrauch, die Energieintensität, die CO2-Emissionen, sowie die Intensität der CO2-Emissionen. Zudem ist der Abdeckungsgrad, also der Anteil aller fertigen Bauten im Portfolio, für die der Energieverbrauch erhoben wird, zu berechnen und auszuweisen. Die Publikationspflicht tritt am 1. Juli 2022 mit einer Umsetzungsfrist von 18 Monaten in Kraft. Sie soll Teil der freien Selbstregulierung der AMAS im Bereich Sustainable Finance sein und voraussichtlich bis zum 3. Quartal 2022 veröffentlicht werden. Die Kennzahlen werden somit, im Sinne einer Best Practice, Bestandteil der verbandsrechtlichen Standards, welche die Verbandsmitglieder umsetzen müssen.

Kennzahlen sollen von Revisionsstellen geprüft werden

Die AMAS empfiehlt zudem, dass auch diese Kennzahlen von den Revisionsstellen geprüft werden. «Die Offenlegung von Informationen zu umwelt- und klimarelevanten Faktoren entspricht einem stetig wachsenden Bedürfnis der Anlegerinnen und Anleger», sagt Sandra Schneider-Frey, Head of Legal & Regulatory Affairs der AMAS. «Mit den umweltrelevanten Kennzahlen für sämtliche Schweizer Immobilienfonds bezweckt die Schweizer Asset-Management-Branche die Erhöhung der Transparenz gegenüber den Investorinnen und Investoren und schafft eine Vergleichbarkeit über die verschiedenen Produkte.»

Die umweltrelevanten Kennzahlen werden in einem separaten Kapitel in die bestehende «Fachinformation Kennzahlen von Immobilienfonds» integriert. Im Gegensatz zu den bestehenden Kennzahlen sind sie aber nicht Teil der von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) als Mindeststandard anerkannten Selbstregulierung für Immobilienfonds.

Immobilien stehen für rund einen Viertel der CO2-Emissionen

Das Marktvolumen von Schweizer Immobilienfonds belief sich per Ende 2021 auf rund 43 Milliarden Franken. Gesamthaft trägt die Immobilienwirtschaft mit rund 11 Prozent einen beachtlichen Teil zur Schweizer Wirtschaftsleistung bei. Gleichzeitig sind die Schweizer Immobilien gemäss dem Treibhausgasinventar des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) für etwas mehr als einen Viertel der gesamten CO2-Emissionen der Schweiz verantwortlich.

Um das vom Bundesrat erklärte Ziel «Netto-Null» im Jahr 2050 zu erreichen, muss der Gebäudepark Schweiz seine CO2-Emmissionen kontinuierlich reduzieren. «Mit den umweltrelevanten Kennzahlen schafft die Asset-Management-Branche Anreize, den CO2-Fussabdruck von Immobilienfonds zu senken und Massnahmen für eine bessere Energieeffizienz zu ergreifen», sagt Adrian Schatzmann, Geschäftsführer der AMAS.

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