Im Halbjahresausblick analysiert der World Gold Council die Treiber und Dämpfer des Goldpreises.

Die Zinsen werden kurz- und mittelfristig wohl weiter die Richtung am Goldmarkt vorgeben. Allerdings könnten die bearishen Vorgaben höherer Realzinsen von den längerfristigen Auswirkungen der expansiven Geld- und Fiskalpolitik abgefedert werden.

So sind auch die Vorzeichen für die Goldnachfrage uneinheitlich. Einerseits könnten institutionelle Investoren und Notenbanken den jüngsten Rückgang des Goldpreises als attraktives Einstiegssignal werten und ihre Allokationen erhöhen. Notenbanken haben den Angaben des WGC zufolge ihre Positionen im ersten Halbjahr 2021 in der Tat kontinuierlich ausgebaut.

Die Nachfrage nach Goldschmuck könnte indes durch ein mögliches Wiederaufflammen des Infektionsgeschehens einen Dämpfer erhalten.

Goldpreis auf Achterbahnfahrt

Die erste Jahreshälfte 2021 entpuppte sich als Achterbahnfahrt am Goldmarkt. Per Saldo steht nun ein Minus von 6,6 Prozent in den Büchern. Fast die gesamten Gewinne, die das Edelmetall seit Beginn des 2. Quartals verbuchen konnte, wurden im Juni wieder eingebüßt. In fast allen wichtigen Währungen steht nun ein großes Minus vor der Wertentwicklung.

Für den Preisverfall im ersten Quartal und dann wieder im Juni waren die steigenden Zinsen verantwortlich. Auch der zunehmende Risikoappetit in Folge der erfolgreichen Impfkampagnen trug dazu bei, dass Anleger sich von Gold trennten.

Bullishe Signale kamen indes durch die Inflation, die Gold als Wertaufbewahrungsmittel attraktiv machen. Das gleiche gilt für Ängste vor starken Währungsschwankungen. Auch griffen Konsumenten bei Goldschmuck zu.

Gemischte Signale für Gold

Und so startet der Edelmetallmarkt mit gemischten Signalen in die zweite Jahreshälfte. Wie man es dreht und wendet, Haupttreiber der Wertentwicklung bleiben aber die Zinsen, so eine Analyse des World Gold Coucil. Historisch korreliert Gold negativ mit der Zinsentwicklung. Doch noch ist fraglich, wie schnell Notenbanken – vor allem die US-Notenbank Federal Reserve – die Zinsen heben wird.

Aber auch eine strukturelle Neuerung in Folge der Niedrigzinsen beobachten die Analysten. So müssen Investoren zunehmend risikofreudig anlegen, um noch halbwegs attraktive Renditen erzielen zu können. Dies wiederum bedeutet auch eine Anpassung des Risikomanagements, bei dem Gold als risikoarme Asset-Klasse ins Spiel kommen könnte.

Vier Treiber für den Goldpreis

Die vier Haupttreiber für den Goldpreis dürften damit laut WGC sein:

  • Die konjunkturelle Entwicklung. So sind expansive Phasen positiv für Schmuck, Technologie und langfristiges Sparen.
  • Risiko und Unsicherheit: In Phasen des Marktabschwungs kommt die Rolle von Gold als sicherem Hafen zum tragen.
  • Opportunitätskosten: Zinssätze und die relative Währungsstärke beeinflussen die Einstellung der Anleger gegenüber Gold.
  • Momentum: Kapitalströme, Positionierung und Preistrends können die Performance von Gold beflügeln oder dämpfen.

 

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