Die weltweite Goldnachfrage ist 2020 auf den niedrigsten Stand seit 11 Jahren eingebrochen. Allerdings verzeichneten physisch hinterlegte ETFs sowie Goldmünzen ein deutliches Plus, geht aus Zahlen des World Gold Council hervor.

Um rund 14 Prozent auf 3.759,6 Tonnen brach die Goldnachfrage im Vergleich zum Jahr 2019 ein, geht aus den aktuellen Zahlen des World Gold Council hervor. Grund ist die Krise in Folge der Covid-19-Pandemie. Käufe von Goldschmuck brachen um satte 34 Prozent ein. Auch Zentralbanken orderten statt 668,5 Tonnen im Jahr 2019 im Krisenjahr 2020 nur 272,9 Tonnen des Edelmetalls. Ebenfalls rückläufig war die Abnahme für die industrielle Nutzung.

Laut World Gold Council lag die Goldnachfrage 2020 damit das erste Mal seit dem Krisenjahr 2009 unter 4.000 Tonnen. Besonders stark schwächelte die Kauflust der Anleger im 4. Quartal 2020. In dem Quartal wechselten weltweit nur 783,4 Tonnen den Besitzer. Damit war es das schwächste Quartal seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im 2. Quartal 2008.

Gold-Investments weiter gefragt

Anders sieht es allerdings aus mit der Goldnachfrage von institutionellen Investoren und Privatanlagern. Physisch hinterlegte Gold-ETFs sowie Goldmünzen werden offenbar weiter als sicherer Hafen wahrgenommen. Die Zuflüsse in Fonds-Vehikel führten zu einem Nachfrageplus von 398,3 Tonnen auf 877,1 Tonnen, ein Anstieg von 120 Prozent.

Barren- und Münzkäufe nahmen indes um 3 Prozent auf 896,1 Tonnen zu. Eine Erholung in China und Indien in der zweiten Jahreshälfte 2020 führte zusammen mit der anhaltenden Stärke der westlichen Märkte zu einem Anstieg der jährlichen Käufe. Insgesamt wurden somit Gold-Investments in Höhe von 1.773,2 Tonnen getätigt, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 40 Prozent. Gleichzeitig ist dies der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnung der Daten durch den World Gold Council.

Jahresrekord bei der Nachfrage nach Gold-ETFs

Die Zuflüsse in weltweite Gold-ETFs hatten einen starken Jahresauftakt und erzielten einen Jahresrekord von 877,1 Tonnen. Dies entspricht einem Wert von 47,9 Milliarden US-Dollar. Allerdings endete der 11-monatige Anstieg an Zuflüssen im November 2020, als der Goldpreis zurückging.

„Trotz der Abflüsse in Q4 verzeichneten goldgestützte ETFs im Gesamtjahr Rekordzuflüsse aufgrund der niedrigen Zinssätze und der hohen Unsicherheit, was die Rolle von Gold als sichere Anlage unterstreicht”, sagt Louise Street, Senior Markets Analyst im Bereich Forschung des World Gold Councils. “Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Auswirkungen der Pandemie bis ins erste Quartal 2021 und möglicherweise darüber hinaus nachhallen werden“, führt er fort.

Das Goldangebot war 2020 ebenfalls rückläufig und sank im Jahresvergleich um 4 Prozent auf 4.633 Tonnen. Dies ist der größte jährliche Rückgang seit 2013. Ursache sind vor allem Unterbrechungen in der Minenförderung in Folge von Corona-Erkrankungen. Leicht angestiegen ist indes das Recycling von Gold um 1 Prozent auf 1.297,4 Tonnen.

Goldpreis gewinnt 25 Prozent

Per Saldo stieg der Goldpreis in US-Dollar im Jahr 2020 um 25 Prozent. Nach dem Rekordhoch im August, gemessen in den meisten Währungen, sackten die Notierungen bis Ende November deutlich ab. Erst im Dezember erholte sich der Goldpreis von dem Abwärtstrend. Am Jahresende kostete die Feinunze 1891,50 US-Dollar, vergleichen mit 1511,50 US-Dollar je Feinunze Ende 2019.

 

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