Das internationale Consulting-Unternehmen Mercer hat die weltweiten Manager-Search-Aktivitäten aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Ein Ergebnis: Nach den Drawdowns, die Equity-Investoren 2011 erlebt haben, sehen die Experten Interesse an anderen Risiko-Asset-Klassen.

Global wurden 742 Manager-Suchaufträge mit einem Volumen von insgesamt 78 Milliarden US-Dollar durchgeführt. Die Daten geben Aufschluss darüber, in welche Anlageklassen institutionelle Anleger weltweit investiert haben und welche Trends sich am Markt zeigen.

In Deutschland überprüfen nach Angaben von Mercer viele Kunden ihre Renten- und Immobilienportfolios und haben diese zum Teil schon neu strukturiert. Mercer sieht ein großes Interesse an Investment Grade und europäischen Core-Immobilien. Angesichts der Entwicklung der europäischen Staatsschuldenkrise im Laufe des Jahres suchten institutionelle Investoren nach Alternativen zu Non-AAA-Staatsanleihen. Das Interesse richtete sich auf Investment Grade Emerging Markets Debt (Staats- und Unternehmensanleihen) sowie Absolute/Total Return Fixed Income.

Bei volatileren Anlageklassen konnte Mercer keine neuen Zuflüsse feststellen. „Innerhalb der Aktienquote haben einige unserer Kunden ihr Anlagespektrum von europäischen Aktien in Richtung Emerging Markets und Global Equity erweitert. In vielen Fällen sind die Anlagen aber stark reguliert, so dass nur wenig Handlungsmöglichkeiten bestehen“, sagt Heinz Kasten, der als Principal bei Mercer im Bereich Investment Consulting arbeitet.

Für die Zukunft sieht Mercer folgende Trends: „Erstens: Die Anleger werden ihre Aktienmandate weiter diversifizieren, weg von reinen Large Caps europäischer Ausrichtung. Zweitens: Die Aussicht auf eine anhaltende Niedrigzinsphase bei AAA-Staatsanleihen zwingt Anleger dazu, in flexiblere Fixed-Income-Mandate umzuschichten, die ein absolutes Renditeziel haben, oder Mandate, in denen der Manager größere Freiheiten hat, deutlich von der Benchmark abzuweichen.” Bei diesen Mandaten erwartet der Consultant mehr Suchaufträge.

„Nach den Drawdowns, die Equity-Investoren 2011 erlebt haben, sehen wir Interesse an anderen Risiko-Asset-Klassen. Das gilt insbesondere für aktiv verwaltete Rohstoff-Investments sowie diversifizierte Growth-Strategien. Diese könnten als Ersatz für klassische Aktienmandate dienen.“

Bei Immobilien erwartet Mercer Suchaufträge von Kunden, die ihre direkten Investments in Pooled-Vehikel überführen – und zwar im Bereich von europäischen Core- und Core-Plus-Immobilien. Auch der Bereich europäische Infrastruktur wird nach Einschätzung des Consultants künftig verstärkt im Fokus der Kunden stehen.

Insgesamt hatte sich in Deutschland die Anzahl der Suchanfragen bei Mercer 2011 mehr als halbiert. Bei höheren Volumina bewegten sich Assets auf einem vergleichbaren Niveau wie 2010.

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