Laut Julia Rees von Goldman Sachs Asset Management bleiben Anleihen strategisch relevant fürs institutionelle Portfolio. Allerdings unterscheiden sich Core-Anleihen deutlich von Satelliten-Anleihen.

Mit Nachlassen des Covid-19-Sturms ziehen viele institutionelle Investoren Bilanz und fragen sich, welche Rolle Anleihen künftig spielen werden. Zinsen sind tief gefallen, Staatshaushalte stark belastet. Wie sieht die Corona-Krise im Vergleich mit vorherigen Phasen von akutem Marktstress aus? Ist dieses Mal alles anders – oder doch so wie bisher?

Der Corona-Schock ist in vielerlei Hinsicht beispiellos. Aber die Analyse des Verhaltens von Asset-Klassen während voriger Phasen von Drawdowns an den Aktienmärkten zeigt, dass Fixed-Income-Anlagen als Kernanlage über viele Jahrzehnte in Krisen ähnliche Merkmale gezeigt haben. Auch dieses Mal dürfte dies so sein.

Für den Portfolioaufbau werden Kernanleihen („Core-Anleihen“) betrachtet, also festverzinsliche Vermögenswerte mit niedriger Volatilität wie zum Beispiel Investment-Grade-Anleihen. Institutionelle Anleger halten diese Werte eventuell mit verschiedenen Restlaufzeiten, die ihren Verbindlichkeiten entsprechen. Somit werden diese Anleihen klar von den „Satellite“-Anleihen mit höherer Volatilität unterschieden – also etwa Hochzinsanleihen.

Core-Anleihen bieten Schutz im Portfolio

Die Leitzinsen werden aller Voraussicht nach lange niedrig bleiben. Dennoch könnten Core-Anleihen ihre Rolle als wichtiges strategisches Risikomanagement-Instrument innerhalb von institutionellen Portfolios behalten, so Rees. So können mithilfe dieser Asset-Klasse die Auswirkungen volatilerer Vermögenswerte in Krisen ausgeglichen werden. Und diese Eigenschaft ist unabhängig vom Ausgangsniveau der Zinsen.

Da wir uns in einem Umfeld bewegen, in dem längere Zeit niedrigere Zinsen herrschen werden, könnte man davon ausgehen, dass Core-Anleihen keinen so guten Ausgleich zu Aktien und anderen Risikoanlagen mehr bieten, gibt Goldman Sachs zu bedenken. Denn die Anleiherenditen hätten weniger Spielraum, wenn wir uns auf null zubewegen. “Wir verstehen zwar die Auffassung, dass höhere Renditen in Phasen einer steigenden Risikoaversion einen stärkeren Puffer bieten können”, so Goldman Sachs. Doch die niedrigen Renditen von Core-Anleihen mindern nach Einschätzung von Rees die Portfoliorisiken nicht.

Trotz fallender Renditen blieben die Korrelationen zwischen den Aktienrenditen und den Renditen von Investment-Grade-Anleihen negativ und der Trend geht sogar noch nach unten. Selbst in schwierigeren Marktphasen spielen Anleihen als Kernanlage weiterhin eine Schlüsselrolle in institutionellen Portfolios: Sie tragen zur nachhaltigen Unterstützung der Performance genau dann bei, wenn diese am meisten benötigt wird.

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