Lars Detlefs, Managing Director, Institutional Sales, MFS Investment Management und Wolfgang Sussbauer, Head of Germany & Austria bei PGIM Fixed Income, über die zunehmende Regulierung.

In der Finanzbranche geht der Trend immer noch in Richtung zunehmender Regulierung. Was bedeutet das ganz konkret für Sie in der Praxis?

Lars Detlefs: Wir nehmen regulatorische Verpflichtungen ernst und pflegen eine Compliance-Kultur. Um mit der zunehmenden Regulierung Schritt halten zu können, investiert MFS kontinuierlich in seine Compliance-, Rechts- und Technologie-Funktionen. So stellen wir sicher, dass das notwendige Wissen, die Fachkompetenz und Instrumente zur Unterstützung unserer Vermögensverwaltung aufrechterhalten und neue Vorschriften wie gefordert umgesetzt werden.

Wolfgang Sussbauer: Als einer der größten Vermögensverwalter stellen wir sicher, dass stets angemessene Ressourcen für die Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen eingesetzt werden. Wir arbeiten mit den Kunden zusammen, um alle Änderungen zu bewirken, auch dort, wo sich diese auf die Kunden auswirken, zum Beispiel bei Änderungen der Anlagerichtlinien. Regulierungen wie MiFID II zielen darauf ab, die Transparenz zu erhöhen, was positiv zu bewerten ist.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Lars Detlefs: Als globaler Vermögensverwalter ist es eine Herausforderung, durch das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Regulierungssysteme zu navigieren, da die Regulierung weitgehend lokal oder regional bleibt. Nach der globalen Finanzkrise hat die Politik sinnvolle Schritte unternommen, um internationale Standards zu setzen. Jüngste Trends zur De-Globalisierung deuten jedoch an, dass es schwierig werden könnte, den für globale Standards erforderlichen Konsens aufrechtzuerhalten.

Wolfgang Sussbauer: Eine EU-weite Regulierung wird aufgrund der Größe des Marktes sofort zum Industriestandard. Herausforderungen entstehen, wenn neue Vorschriften kunden- oder länderspezifischer sind.

Für wie ausgewogen halten Sie die Regulierungsmaßnahmen? Wo könnte nachgebessert werden?

Lars Detlefs: Unser Ziel als aktiver Asset Manager ist es, auf verantwortungsvolle Weise langfristige Werte zu schaffen. Daher sollte die Regulierung verhältnismäßig sein, auf einer Kosten-Nutzen-Analyse basieren sowie aktive und passive Strategien neutral behandeln. Mit der Transformation der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit sollten auch die negativen Auswirkungen zu kurzfristigen Denkens bei der Gestaltung von Vorschriften berücksichtigt werden.

Wolfgang Sussbauer: Regulierung kann zu Herdenverhalten führen, und wir alle sollten uns des Risikos bewusst sein, das damit einhergeht. Wenn das High Yield Exposure auf 5 Prozent begrenzt wird, jedoch nicht das ungeratete Private Debt-Kapital, lässt sich kaum argumentieren, dass die gesetzgeberische Absicht erreicht wurde.

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