Private Equity ist ein Thema mit vielen Facetten. Investoren erwarten, dass eine Beteiligung von Mitarbeitern der Portfoliounternehmen die Rendite erhöhen könnte. Zudem geht ein Großteil der LPs davon aus, dass die Branche mehr reguliert werden wird.

Mehr Mitarbeiter in den Portfoliounternehmen am Erfolg ihrer Firma zu beteiligen würde die Fondsrenditen erhöhen. Dieser Ansicht sind fast die Hälfte der Limited Partners (LPs), die am jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital teilgenommen haben. Befragt wurden 102 institutionellen Private-Equity-Anleger, die global repräsentativ sind. Nur sechs Prozent der befragten institutionellen Investoren sind der Meinung, dass eine Ausweitung der Anreize für die Mitarbeitenden in den Portfoliounternehmen den Renditen abträglich wäre.

Die Limited Partners sind jedoch auch der Meinung, dass sich die Branche weiterentwickeln muss. Die Mehrheit glaubt, dass es nicht mehr ausreicht, sich einfach an die Gesetze zu halten, und dass der gesellschaftliche Druck die Branche dazu zwingen wird, sich selbst zu regulieren.

Ein weiterer Aspekt des Barometers: Als Folge der Pandemie fanden viele Due-Diligence-Prüfung statt, ohne, dass die LPs die General Partners (GPs) jemals persönlich getroffen haben. Zwei Drittel der LPs geben an, dass sie die Social-Media-Konten der einzelnen GP-Teammitglieder beobachten oder dies planen.

Private Equity: Sekundärmärkte und & Co-Investments

Fast alle LPs rechnen mit einem Wachstum des Private-Equity-Sekundärmarktes und die Hälfte der LPs erwartet eine Expansion der Sekundärmärkte für private Kredite, Infrastruktur und Immobilien.

Co-Investitionen ist ein weiterer Bereich, der wächst. Mehr als die Hälfte der Investoren geben an, dass sie Maßnahmen zur Steigerung ihrer Attraktivität als Co-Investmentpartner ergreifen. Fast alle dieser LPs versuchen, ihre Entscheidungsfindung zu beschleunigen, und etwa die Hälfte sucht nach anderen Möglichkeiten, um ihre Attraktivität zu steigern.

Europäische LPs sind bei Greenwashing pessimistisch

Bei dem Thema ESG zeigen sich große regionale Unterschiede: Weit über die Hälfte europäischen LPs lehnt Fondsengagements ab, wenn diese ESG-Kriterien nicht erfüllen. Zum Vergleich: Im Winter 2016/2017 waren es nur ein Drittel. Anderes sieht es bei den nordamerikanischen und asiatisch-pazifischen LPs aus. Sie lehnen Investitionen seltener aus ESG-Gründen ab.

Europäische LPs sind auch pessimistischer, was die wahrscheinliche Wirksamkeit von Vorschriften gegen so genanntes Greenwashing angeht. Von den nordamerikanischen und asiatisch-pazifischen Investoren glaubt weit mehr als die Hälfte, dass solche Vorschriften es ihnen in den nächsten drei Jahren leichter machen werden, wahre von falschen oder irreführenden Umweltaussagen zu unterscheiden. Nur zwei Fünftel der europäischen LPs teilen diese Zuversicht.

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