Über die Hälfte der institutionellen Private-Equity-Investoren gab im jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital an, im Laufe der nächsten zwei Jahre den Sekundärmarkt nutzen zu wollen: entweder als Käufer, Verkäufer oder beides.

Das Hauptziel der institutionellen Investoren wird sein, ihre Ressourcen auf die besten Private-Equity-Manager (GPs) zu konzentrieren und ihre Portfolios für eine Welt nach dem Ende der Corona-Pandemie neu auszurichten. Zudem wird ein Drittel der Limited Partner mit Liquiditätsengpässen konfrontiert sein, die sie durch den Verkauf von Vermögenswerten und neuen Kreditfazilitäten beheben wollen.

Secondaries unter Führung von General Partnern werden laut Studie ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Daneben sind gut strukturierte, GP-geführte Prozesse bei LPs sehr beliebt: 85 Prozent betrachten dies als nützliches Instrument. Diese und die folgenden Ergebnisse stammen aus dem Global Private-Equity Barometer, für welches Coller Capital 113 institutionelle Private-Equity-Anleger weltweit befragt hat.

Laut Jeremy Coller, Chief Investment Officer von Coller Capital, hat der Sekundärmarkt während und nach der globalen Finanzkrise für Private Equity eine entscheidende Rolle gespielt. Der Markt selbst und die Möglichkeiten, die er bietet, hätten sich weiterentwickelt.

Bezüglich der Kommunikation ihrer General Partner zeigten sich beinahe alle LPs zufrieden – dies steht im Kontrast zur Erfahrung nach der Finanzkrise, während der über 60 Prozent der Investoren mit der Kommunikation unzufrieden waren. Laut Ansicht der meisten Investoren wird die mit Private-Equity-Beteiligungen zusammenhängende Reisetätigkeit nicht wieder das Level von vor der Pandemie erreichen. Die virtuellen LP-Meetings jedoch werden zur Ergänzung der Kontaktpflege bestehen bleiben.

Chancen überwiegen Risiken

Faktoren wie Klimawandel, Pandemien und Geopolitik werden in Zukunft einen wichtigeren Stellenwert bei den Entscheidungen über die Vermögensallokation und den Portfolioaufbau spielen. Zwei Drittel der beteiligten LPs vertreten die Meinung, dass als Folge von Covid-19 strukturelle Risiken zukünftig stärker berücksichtigt werden.

Somit ist der Großteil trotz anhaltender Ungewissheit davon überzeugt, dass die Investitionschancen für Private-Equity-GPs die Risiken derzeit überwiegen. Nur einer von zehn Investoren ist laut dem Barometer der Meinung, dass GPs eine Pause einlegen sollten, bis die Corona-Krise überstanden ist.

Asset-Allokation und Investment-Strategie der Investoren ändern sich

Nicht geändert hat sich das Interesse für privates Beteiligungskapital oder alternative Anlagen. Jedoch sind laut Befragung einige Änderungen in Vermögensallokation und Anlagestrategie aufgrund der Pandemie unvermeidlich: Das Interesse der LPs an Immobilien ist stark zurückgegangen.

Über 40 Prozent der Limited Partner sind davon überzeugt, dass Veränderungen im Investitionsumfeld zu einem Umdenken in Sachen Co-Investitionen führen werden. Eine wachsende Aufmerksamkeit für einzelne Branchen ist ebenfalls zu erwarten. Es geben 45 Prozent der LPs an, dass sie den Sektorfokus ihrer Private-Equity-Portfolios stärken wollen.

Dem Bericht zufolge planen Investoren, Buyout-Fonds gegenüber Wachstumsfonds zu bevorzugen. Im Gegensatz dazu beabsichtigen für den Bereich Biotechnologie und Arzneimittelforschung fast viermal so viele Investoren, ihr Engagement über Venture- und Wachstumsstrategien zu verstärken, wie über Buyout-Strategien. Es wird aufgezeigt, dass nur 7 Prozent der institutionellen Anleger in den nächsten Jahren in einen Private-Equity-Fonds aus dem Sportsektor investieren würden.

Wenig überraschend ist, dass das Interesse der LPs an Turnaround- und Distressed-Strategien zugenommen hat: 29 Prozent planen ihr Engagement in diesen Strategien in den nächsten Jahren zu erhöhen. Über drei Viertel aller LPs sind der Meinung, dass die Zahl der börsennotierten Unternehmen, die von Private Equity übernommen werden, sich in den nächsten Jahren erhöhen wird.

SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) als Investmentstrategie liegen den institutionellen Investoren gerade fern: Über 70 Prozent sind der Meinung, dass Private Equity ein besseres Risiko-Ertragsverhältnis bietet als SPACs. 86 Prozent geben an, dass sie nicht in SPACs investiert haben und dies auch nicht planen.

Mit dem Global Private Equity Barometer bietet Coller Capital zweimal jährlich eine Momentaufnahme globaler Trends aus Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in London und investiert auf dem Sekundärmarkt bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Transaktion.

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