Die Studie zeigt, dass bei Private-Equity-Investments im Gegensatz zum Aktienmarkt die individuelle menschliche Expertise den Ausschlag gibt.

Bereits zum fünften Mal seit 2010 analysiert Golding Capital Partners in seiner aktuellen Studie an der Seite von Professor Gottschalg die Überrendite von Private Equity gegenüber dem Aktienmarkt durch die Berechnung des bei Private Equity-Transaktionen realisierten Alphafaktors. Bei der jüngsten Erhebung lag ein besonderes Augenmerk auf der menschlichen Expertise.

„Seit Jahren gibt es die lebendige Diskussion ‚Man vs. Machine‘. Was ist wichtiger, der Track Record der einzelnen Personen, die für die Transaktion verantwortlich waren oder der Track Record des Fondsmanagers auf Unternehmensebene? Unsere Studie zeigt eindeutig, dass bei Private-Equity-Investments im Gegensatz zum Aktienmarkt die individuelle menschliche Expertise den Ausschlag gibt. Das bedeutet für Anleger, dass sie sich nicht automatisch auf Größe oder Renommee eines bestimmten Fondsmanagers verlassen können. Vielmehr gilt es, bei der Auswahl der Fondsmanager die Zusammensetzung des Teams und den früheren Erfolg der beteiligten Individuen zu verstehen“, erläutert Jakob Schramm, Partner von Golding Capital Partners.

„Hier können erfahrene gut vernetzte Asset-Manager großen Mehrwert bieten. Wir investieren nicht in eine Marke, sondern folgen den Menschen, die über eine anhaltende Erfolgsbilanz verfügen. Gute und vertrauensvolle, oftmals langjährige persönliche Beziehungen sind dafür goldwert. Einmal mehr sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache – Private Equity besitzt ein enormes Renditepotenzial.“

Jeremy Golding, Gründer und Managing Partner von Golding Capital Partners

Private Equity erzielt in schwierigen Zeiten besonders hohes Alpha

In der differenzierten Betrachtung des Alpha für einzelne Marktphasen kann zwischen Boomzeiten, relativ stabilen Phasen und Perioden des Rückgangs an den Aktienmärkten unterschieden werden. In schwierigen Zeiten mit schlechter Aktienmarkt-Performance erzielt Private Equity ein besonders hohes Alpha von durchschnittlich 35 Prozent über einer vergleichbaren Rendite am Aktienmarkt. In Hochkonjunkturphasen bei einem Wachstum des Aktienmarktes von über 15 Prozent pro Jahr ergibt sich dagegen ein Alpha von ca. 26 Prozent. In einem Umfeld mit moderatem Wachstum erzielt Private Equity ebenfalls ein Alpha von knapp 11 Prozent. In einem stabilen Umfeld mit gering positiver oder negativer Aktienmarktrendite ergibt sich ein Alpha von 5 Prozent.

Hinsichtlich einzelner Marktsegmente zeigt sich ebenfalls quer über unterschiedlichste Wirtschaftssektoren konsistent ein deutliches Alpha. Besonders groß fällt die Überrendite im Kommunikations-Sektor und im Energie-Sektor mit 15,5 Prozent respektive 13,6 Prozent aus. Weniger stark war das Alpha in der Konsumgüterindustrie und dem Gesundheitswesen mit 8,1 Prozent beziehungsweise 8,5 Prozent ausgeprägt.

Um die Renditen aus Aktien und Private Equity direkt vergleichbar zu machen, wurden Anpassungen an den jeweiligen Renditen vorgenommen. Bei Aktien wurden drei Effekte berücksichtigt: Das Timing, also die jeweiligen Zeitpunkte der Ab- und Zuflüsse, der Einfluss der Branchenentwicklung auf das jeweilige Unternehmen sowie der Leverage-Effekt, also der Verschuldungsgrad eines Private Equity-Investments im Vergleich zum börsennotierten Unternehmen. Die Rendite der Private Equity-Transaktionen wird ebenfalls angepasst. Zinsfaktor für die Wiederanlage ist dabei ein Aktienindex und nicht, wie für den Standard-IRR, der interne Zinsfuß. Die Differenz aus beiden Renditewerten ist das Alpha von Private Equity.

Datenbasis ermöglicht differenzierte Betrachtung

Die Alpha-Studie fußt auf einer Datenbasis von rund 4.300 realisierten Einzelinvestitionen aus der Transaktionsdatenbank von Golding. Diese Datenbasis lässt nicht nur die Bildung von Durchschnittswerten für das erzielte Alpha zu, sondern ermöglicht auch die differenzierte Betrachtung einzelner Marktphasen und -segmente. Des Weiteren geht die Studie über den Umfang früherer Untersuchungen hinaus, weil sie nicht nur absolute Renditemaße wie IRR oder TVPI, sondern auch die Alpha-Outperformance untersucht.

Die Resultate liefern eine starke empirische Fundierung der positiven Persistenz des Alphafaktors von Private Equity über einen längeren Zeitraum.

„Investoren können sich nicht auf absolut erzielte Renditen als Indikator für zukünftige Performance von Private-Equity-Fonds verlassen. Das Alpha hingegen eignet sich sehr wohl zur Auswahl eines Fondsmanagers. Fonds, die in der Vergangenheit ein überdurchschnittliches Alpha erzielt haben, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit als andere Fonds auch in der Zukunft ein überdurchschnittliches Alpha aufweisen“, erläutert Professor Oliver Gottschalg von der HEC School of Management.

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