Ein diversifiziertes Aktienportfolio kombiniert unterschiedliche Renditequellen. Durch Kombination verschiedener Investment-Ansätze wie Value, Quality oder Momentum ist es möglich, ein stabiles Outperformance-Muster aus Portfoliosicht zu erzielen. Insbesondere aktive Investment-Ansätze, die auf Quality setzen, sind für institutionelle Investoren attraktiv. Dies liegt nicht nur an quantitativen Eigenschaften wie einer guten historischen risikoadjustierten Performance, sondern auch an qualitativen Eigenschaften wie einem langen Zeithorizont und einer nachhaltigen Ausrichtung.

Autor: Florian Gerwe, Investment Consultant bei Mercer Deutschland

Unterschiedliche Renditequellen innerhalb eines Aktienportfolios helfen dabei, dieses zu diversifizieren und dadurch eine stabile Outperformance zu verzeichnen. Insbesondere die Stilausprägungen Quality, Value und Momentum haben historisch betrachtet positive Mehrerträge erzielen können und sind in der akademischen Literatur anerkannte Renditeprämien. Eine Allokation zu einer aktiven Strategie, die in Qualitätstitel investiert (Quality), erscheint aufgrund der empirischen Ergebnisse, aber auch wegen der qualitativen Eigenschaften solcher Strategien für institutionelle Investoren attraktiv.

Was sind Qualitätsaktien?

Die Definition von Qualität bei Aktien ist in der akademischen Literatur sowie in der Investment-Community nicht immer einheitlich. Die meisten Definitionen konzentrieren sich auf eine Kennzahl, die die Profitabilität misst, wie Return on Assets (ROA), Return on Equity (ROE) oder Return on Invested Capital (ROIC). Unternehmen wie Visa, Microsoft oder Unilever werden von den meisten Investoren als Qualitätsunternehmen betrachtet und finden sich häufig in den Portfolios aktiver Quality-Manager.

Quality-Unternehmen zeichnen sich durch starke Marken und eine gute Wettbewerbsposition in der jeweiligen Industrie sowie durch Geschäftsmodelle, die stabile, vorhersehbare und wiederkehrende Umsätze und Gewinne erzielen, aus. Auch wenn diese Unternehmen in der Regel auf Basis von Bewertungsmetriken wie Price to Earnings (P/E) oder Price to Sales (P/S) eher teuer erscheinen, tendieren Marktteilnehmer bisher dazu, die hohe Profitabilität und Stabilität der Umsätze zu unterschätzen.

Wenn man historische Kennzahlen betrachtet, hat Quality im Vergleich zu anderen anerkannten Stilprämien wie Value oder Momentum in den vergangenen 20 Jahren die stabilsten Ergebnisse relativ zu marktkapitalisierungsgewichteten Indizes erzielt. Aus Portfoliosicht waren die historischen risikoadjustierten Renditen attraktiv, mit guten Diversifikationseigenschaften aufgrund von niedriger Korrelation mit anderen Stilausprägungen wie Value oder Momentum. Insbesondere in negativen Marktphasen hat Quality in den allermeisten Fällen besser abgeschnitten als der breite Markt. Die nachfolgende Tabelle zeigt verschiedene Kennzahlen auf Basis weitverbreiteter Stilindizes, berechnet über einen historischen 20-Jahres-Zeitraum:

Was für aktives Management mit Qualitätsaktien spricht

Wichtige Eigenschaften von Qualitätsunternehmen sind stabile und langfristige Gewinne und Umsätze. Gute aktive Quality-Manager verfolgen deshalb in der Regel einen langen Investment-Horizont, legen Wert auf eine gute Integration von Nachhaltigkeitskriterien im Investment-Prozess und tätigen Investments unter Einbeziehung der ökologischen Herausforderungen. Quality eignet sich aufgrund dieser Eigenschaften besonders gut für fundamentales aktives Portfoliomanagement. Basierend auf Daten von Mercer konnten aktive Quality-Manager den entsprechenden Quality-Index bei vergleichbarem Risiko deutlich übertreffen. Investoren sollten daher aktive Umsetzungsmöglichkeiten in Betracht ziehen.

Konstruktion eines diversifizierten Aktienportfolios

Die Kombination verschiedener Renditequellen hilft dabei, stabile Ergebnisse zu erzielen. Die genauen Gewichtungen der verschiedenen Stilprämien fallen mit Investorenpräferenzen, individuellen Anlagezielen und -beschränkungen unterschiedlich aus. Eine Allokation zu einer aktiv verwalteten Quality-Strategie kann dabei im Mittelpunkt stehen, sollte aber um andere Investment-Stile wie Value und Momentum ergänzt werden.

Aus Portfoliosicht kann man durch diese Kombination verschiedener Investment-Stile stabilere Ergebnisse relativ zum breiten Markt erzielen. Die nachfolgende Grafik zeigt die relative Entwicklung einzelner Stilprämien, die für sich genommen lange Phasen von Out- beziehungsweise Underperformance gegenüber den marktkapitalisierungsgewichteten Indizes aufweisen können. Ein über alle drei Faktoren diversifiziertes Portfolio hat hingegen über die letzten circa 25 Jahre sehr konstante Mehrerträge erzielen können (vor Manager-Alpha). Bei geschickter Managerauswahl können die Ergebnisse künftig noch besser ausfallen.

Weitere Informationen zu Mercer‘s Gedanken rund um Aktienportfoliokonstruktion finden Sie hier.

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