Ein Höchstmaß an Kosteneffizienz, bescheinigt von der BaFin, macht die Hamburger Pensionsverwaltung (HPV) für Firmen attraktiv.

Mit 945.000 Anwartschaften und rund sieben Milliarden Euro Anlagevermögen gehört die Hamburger Pensionsverwaltung (HPV) zu den größten überbetrieblichen Verwaltern von Firmenpensionskassen in Deutschland. „Wir gehören den Unternehmen, für die wir arbeiten“, betont ihr Vorstand Hans Stapelfeldt. Und das sind insgesamt 2.000 Unternehmen, insbesondere aus dem Handel und der Ernährungsindustrie mit so bekannten Namen wie Metro, Rewe, Coca-Cola, Aldi Nord und Ferrero oder aus anderen Branchen wie ZF Friedrichshafen, Henkel und Swiss Re.

25 Portfolios werden verwaltet, darunter sechs Pensionskassen. Dominant sind dabei die Hamburger Pensionskasse von 1905 (HPK) mit Vermögensanlagen von rund fünf Milliarden Euro und die Hamburger Pensionsrückdeckungskasse (HPR) mit 1,5 Milliarden Euro. Die Pensionskasse Schenker aus dem Deutsche-Bahn-Konzern wird zur Jahresmitte hinzustoßen.

Für die Wahl eines externen Verwalters gibt es sicher diverse Gesichtspunkte. Die Effizienz der Verwaltung dürfte darunter eine bedeutende Rolle spielen. „Wir haben schlanke Prozesse“, versichert Stapelfeldt und seine Vorstandskollegin Tanja Gharavi ergänzt: „Wir sind nicht nur die effizienteste, sondern auch die bei Weitem kostengünstigste Verwaltung in Deutschland.“ So kostet die Verwaltung der größten Kasse, HPK, pro Anwärter und Jahr gerade einmal 4,39 Euro – gemessen an den Zahlen der BaFin der bei Weitem niedrigste Satz in Deutschland. Bei der kleineren HPR ist der Stückkostensatz mit über zwölf Euro schon deutlich höher, in der Branche aber immer noch vergleichsweise niedrig. Bezogen auf das eingezahlte Beitragsvolumen wird insgesamt mit einer Kostenquote von 1,2 Prozent gerechnet – bei anderen Einrichtungen beträgt sie zum Teil ein Mehrfaches.

Mit anderen Worten, 98,8 Prozent der eingezahlten Beiträge können verzinslich angelegt werden. Aber die entscheidende Frage ist natürlich: Mit welchem Erfolg? In dieser Hinsicht hat sich die schon vor Jahren vollzogene Zinsabsicherung als ein regelrechtes Erfolgsmodell erwiesen. Dabei wurde das Zinsniveau für einen wesentlichen Teil des Zinsportfolios durch Zinsoptionen zu vier Prozent abgesichert, und das noch bis 2017. Damit hat sich die Hamburger Pensionsverwaltung seit Jahren dem Niedrigzinstrend entzogen.

Kein Zinsversprechen auf Neuverträge

Ähnlich vorausschauend erscheint im Nachhinein auch die Vereinbarung mit den Mitgliedsfirmen, auf Neuverträge kein Garantiezinsversprechen mehr zu geben – auch sie datiert bereits von 2002. Damit hat man quasi den Zinsdruck aus der Anlagepolitik genommen und den Spielraum für Risikobudgets erheblich erweitert.

Ergebnis: Die beiden großen Kassen konnten in den vergangenen Jahren relativ stabile Nettoverzinsungen ausweisen. Sie schwankten maximal zwischen 4,2 und 4,9 Prozent und lagen in den letzten beiden Jahren jeweils bei 4,4 Prozent. Auch in diesem Jahr werden sie in dieser Größenordnung erwartet. Gleichzeitig sind die stillen Reserven stark gestiegen.

Um dieses Ergebnis auf Dauer zu sichern, will sich das Management nicht einseitig nur auf die sicheren Zinseinnahmen des festverzinslichen Portfolios verlassen, das als Direktanlage immerhin 60 Prozent der Allokation ausmacht – auch nicht auf den ebenfalls relativ gut kalkulierbaren Einkommensstrom aus der vergleichsweise hohen Immobilienquote von rund zehn Prozent, die bereits seit Längerem besteht. Zusätzlich soll ein Diversifikationsportfolio als Generator für Überschusserträge fungieren. Denn bereits seit Längerem hält das Management ein Japan-Szenario auch in Deutschland und Europa für möglich und hat deshalb schon vor gut einem Jahrzehnt das vorhandene Risikobudget für den Aufbau eines großzügigen Diversifikationsportfolios genutzt.

Zwar nehmen auch dort Semi-Zinsanlagen wie Unternehmensanleihen bis hin zu High-Yield-Anleihen und strukturierten Unternehmenstiteln wesentlichen Raum ein. Aber dabei geht es immer auch um Opportunitäten. Die Allokation folgt hier einem „sauber definierten“ Prozess, was die zeitliche Zuordnung von Risiko und Ertragschancen angeht. „Es ist ja eine völlig falsche Sichtweise“, so Gharavi, „dass eine Bundesanleihe immer ein sicheres Investment und ein High Yield Bond jeweils ein riskantes Investment ist. Im Jahr 2009 war ein High Yield Bond aufgrund der extrem hohen Risikoprämie vielmehr ein risikoarmes Investment.“

Dieser zeitliche Opportunitätsaspekt ist auch dafür verantwortlich, dass Wandelanleihen eine große Rolle bei der Hamburger Pensionsverwaltung spielen. Wo andere Investoren eher die Vermischung von Aktien- und Zinsanlage kritisch sehen, erlebten die Hamburger die Wandelanleihe vielmehr als perfektes Vehikel, um Aktienchancen zu nutzen, ohne großes Risiko einzugehen. Seit 2002 sind sie in Wandelanleihen investiert. Seinerzeit betrug das Risiko nach unten nur ein Drittel des reinen Aktienrisikos. Inzwischen wurde eine Performance von acht Prozent per annum erreicht, wo die reine Aktienanlage heute kaum höher als vor zehn Jahren steht. Der reine Aktienbereich nimmt sich folgerichtig mit gut ein bis 1,5 Prozent sehr gering aus. Und auch diese geringe Quote wurde erst im letzten und diesem Jahr aufgebaut – Schwerpunkt Qualitätsaktien mit attraktiver Dividendenrendite.

Hamburger Pensionsverwaltung setzt auf Private Equity

Vor allem setzt man in Hamburg auf Private Equity. „Das ist jetzt und in Zukunft ein großer Ertragsbringer“, so das Credo. Schon 2003 hat man mit den ersten Beteiligungen an Dachfonds angefangen. Inzwischen hat die HPK die erste Zielquote von fünf Prozent erreicht und hier wie insgesamt im Beteiligungsportfolio bereits gutes Geld verdient. Das ist nicht zuletzt der erfolgreichen eigenen Manager-Auswahl zu verdenken. Es versteht sich, dass dieser Bereich weiter ausgebaut werden soll. In begrenztem Ausmaß finden sich auch Absolute-Return-Strategien mit verschiedenen Themen im Portfolio, jedenfalls soweit sie liquide und transparent sind. Dort wird die Managerauswahl von Alpha Portfolio Advisors begleitet – mit ebenfalls gutem Erfolg.

Welche neuen Projekte stehen bei der HPV derzeit an? Das derzeit wichtigste ist wohl die Überführung der schon seit 2001 bestehenden Masterfondsstruktur in eine Master-Feeder-Konstruktion. Damit soll es jeder Pensionskasse möglich werden, direkt auf die Anlageklassen und Spezialfonds zuzugreifen, die sie für ihre individuelle Allokation benötigt. Aber vor den Erfolg haben die Götter zuerst einen komplizierten -Transition-Prozess gestellt. Und der wird die Hamburger zumindest noch für den Rest des Jahres beschäftigen.

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