Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) stellt die Ergebnisse aus ihrem Pensionskassenbericht 2020 vor.

Österreichs Pensionskassen verfolgen eine durchaus diversifizierte und dynamische Anlagestrategie. Allerdings sind sie auch hohen Klimarisiken ausgesetzt. In Sachen Cyer- und IT-Sicherheit ergab sich ein gemischtes Bild. Dies sind die Kernergebnisse im von der Finanzmarktaufsicht (FMA) veröffentlichten „FMA Bericht 2020 zur Lage der österreichischen Pensionskassen“.

So erzielen die österreichischen Pensionskassen langfristig betrachtet seit Einführung des aktuellen Altersvorsorgesystems eine Veranlagungs-Performance von im Schnitt 5,2 Prozent pro Jahr. Laut FMA legen die Pensionskassen Gelder größtenteils über Investmentfonds an, wobei sie in der Regel eine diversifizierte und dynamische Veranlagungsstrategie verfolgen. Dabei profitieren sie davon, dass erst recht wenige der fast eine Millionen Personen, die sich im System der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) befinden, bereits Pensionsleistungen beziehen. Erst etwa jeder Zehnte ist bereits Leistungsempfänger. Daher haben die Pensionskassen einen relativ geringen Liquiditätsbedarf und können höhere Ertrags-/Risikoprofile verfolgen. Die dynamischen Veranlagungsstrategien erklären auch die relativ hohe Volatilität der Performance in Auf- wie Abschwungphasen.

Dies erlaubt den Pensionskassen auch riskantere Anlagen wie etwa Anleihen, die über kein Investment-Grade-Rating verfügen, oder auch  Investments in nicht geregelten Märkten. Die Investments der Pensionskassen sind global orientiert und erfolgen nach Absicherung zu rund 30 Prozent in Fremdwährung, so die FMA weiter. Wegen des Niedrigzinsumfeldes legen auch die österreichischen Pensionskassen immer weniger in Staatsanleihen an.

Stresstest offenbart hohes Exposure zu Klimarisiken

Angesichts der großen Bedeutung, die dem Kampf gegen den Klimawandel beigemessen wird, hat die FMA auch Stresstests zum Management der Nachhaltigkeitsrisiken durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd. Laut FMA berücksichtigen zwar alle Pensionskassen bereits ESG-Faktoren in ihrer Geschäftsstrategie, und das insbesondere in der Vermögensveranlagung. Die Ergebnisse des Asset-Screenings zeigen aber, dass 31 Prozent der Vermögenswerte der Pensionskassen in klimarelevanten Sektoren angelegt sind. Dabei variiert der Anteil bei den einzelnen Pensionskassen zwischen 29 und 39 Prozent.

Fast die Hälfte dieses Exposures betrifft energieintensive  Betriebe. Da damit beinahe ein Drittel der Vermögenswerte in klimarelevanten Veranlagungen steckt und überdies rund ein Fünftel der Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern betriebliche Altersvorsorge anbieten, klimarelevanten Branchen zuzuordnen sind, sind Pensionskassen einem nicht zu unterschätzenden Klimarisiko ausgesetzt.

IT- und Cybersicherheit: starke Abhängigkeit von externen Dienstleistern

Außerdem analysierte die FMA die Cyber– und Cloud-Sicherheit in Form von „Maturity Level Assessments“ und erhob Cyberrisiken und IT-Struktur. Demzufolge sind Pensionskassen alles in allem gut auf Bedrohungen ihrer IT-Sicherheit vorbereitet. Zum anderen zeigen die Untersuchungen aber, dass die Kassen dabei sehr stark von externen IT-Dienstleistern abhängig sind. Häufig ist die gesamte operative Tätigkeit der IT ausgelagert. Im unternehmensinternen Notfallmanagement sind sie relativ schwach aufgestellt. Cybervorfälle betreffen vor allem Schadsoftware (Malware) und Erpressungssoftware (Ransomware) sowie Datenschutzvorfälle.

 

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