Die Bürgerbewegung Finanzwende kritisiert die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) für ihre Kohleinvestitionen. Anlagevorstand Michael Leinwand will eine neue Anlage- und eine Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen.

Die Bürgerbewegung Finanzwende, eine Nichtregierungsorganisation für mehr Umwelt- und Verbraucherschutz in der Finanzwirtschaft, kritisiert die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) für den relativ hohen Anteil an klimaschädlichen Kohleinvestitionen in ihrem Anlageportfolio. Am 1. Dezember organisierte der Verein, den der ehemalige Grüne-Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick 2018 gegründet hatte, eine Protestaktion vor dem VBL-Gebäude in Karlsruhe.

„Öffentliche Kapitalanlagen haben Vorbildfunktion und sollten nicht in klimaschädliche Kohle fließen. Anlagen wie die der VBL dürfen nicht die Klimaziele konterkarieren“, erklärt Magdalena Senn, Referentin für nachhaltige Finanzmärkte bei Finanzwende. Die VBL schließt Investitionen in klimaschädliche Unternehmen aus dem Kohle-, Gas- und Ölbereich für ihr Anlageportfolio aktuell nicht aus.

Durch eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Lisa Paus im September 2021 wurde öffentlich, dass die VBL mehr als 368 Millionen Euro – gut 0,6 Prozent ihres Gesamtanlagevermögens – in Unternehmen investiert hat, die auf der Global Coal Exit List stehen. Zudem kritisiert die NGO Finanzwende die Intransparenz der Investitionen der VBL. An der Protestaktion beteiligten sich auch Versicherte der VBL, die sich zu der Initiative SustainVBL zusammengeschlossen haben, um sich für die nachhaltige Anlage ihrer Betriebsrenten einzusetzen.

VBL will neue Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen

Mit dem neuen Anlagevorstand Michael Leinwand, der seit Anfang 2021 im Amt ist, wird sich die VBL in naher Zukunft eine neue Anlagestrategie geben, zudem entwickelt die VBL eine neue Nachhaltigkeitsstrategie. Nähere Informationen wird die Dezember/Januar-Ausgabe der dpn mit einem exklusiven Interview mit Michael Leinwand bieten.

Die VBL ist eine vom Bund und den Ländern (mit Ausnahme von Hamburg und dem Saarland) getragene Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie verwaltet die betriebliche Altersvorsorge der Angestellten des öffentlichen Dienstes – und ist mit 4,9 Millionen Versicherten in Deutschland die größte Zusatzversorgungseinrichtung für Angestellte des öffentlichen Dienstes.

Nach Angabe der VBL beläuft sich das Anlagekapital derzeit auf rund 30 Milliarden Euro nach Bilanzwert. Tatsächlich verwaltet die VBL aber Assets under Management mit einem Marktwert von über 55 Milliarden Euro.

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