High Pay Center: Das Fachwissen britischer Beschäftigter über Investments ihrer Pension Funds und über ESG ist begrenzt.

In einer repräsentativen Online-Befragung unter 1.026 volljährigen Berufstätigen mit Pensionsanwartschaften in England untersuchte der Londoner Thinktank High Pay Centre den Wissensstand und die Haltung der Befragten zu ESG-Kriterien und deren Umsetzung in der Kapitalanlage von Pension Funds. Die Initiatoren der Studie wollten insbesondere erfahren, wie wichtig es den Pensionsanwärterinnen und -anwärtern ist, dass ihr Pensionsvermögen auch mit dem Ziel eines ökologischen und sozialen Impacts investiert wird.

Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Befragten stuft das eigene Verständnis von Fragen der Altersvorsorge, der Kapitalanlage und der Finanzmärkte als schwach ein. Ebenso viele von ihnen können die Frage nicht beantworten, ob ihr Pension Fund ethisch investiert oder nicht. Ihr mangelndes Interesse an der Kapitalanlage ihres Pension Funds erklären die Befragten vor allem mit ihren fehlenden Kenntnissen zur Materie (45 Prozent), mit ihrem großen Vertrauen in die Investment-Experten der eigenen Versorgungseinrichtung (40 Prozent) sowie mit zu wenig Zeit (30 Prozent). Dennoch wünscht sich die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten von ihrer Versorgungseinrichtung, über die Kapitalanlage informiert zu werden (73 Prozent). Ebenso vertreten die meisten Befragten den Standpunkt, dass ihr Pension Fund auch ihre persönlichen ethischen Werte und Positionen repräsentieren soll (66 Prozent). Diese sollen die Versorgungseinrichtungen aktiv bei ihren Pensionsanwärterinnen und -anwärtern erfragen, auch ohne dass diese sich aktiv dazu äußern (72 Prozent).

Bei der Frage nach den wichtigsten Aspekten, die Pension Funds bei einem Investment in ein Unternehmen im Auge behalten sollten, entfallen die meisten Antworten auf die Rendite (50 Prozent). Relevant sind den Befragten aber auch die Vergütung und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden in investierten Unternehmen (42 Prozent), deren ökologischer Impact (37 Prozent) und die Haltung des Unternehmens zu Menschenrechtsfragen (37 Prozent). Tatsächlich ist mehr als ein Drittel der Beschäftigten bereit, eine gewisse Kürzung ihrer Betriebsrenten zu akzeptieren, wenn das Pensionsvermögen ethischer investiert ist (37 Prozent).

Zu geringe Pensionsleistungen stellen für fast jeden Dritten die größte Bedrohung für eine hohe Lebensqualität im Alter dar (29 Prozent). Ebenso gelten der Klimawandel (21 Prozent), eine schwache Konjunktur (19 Prozent) oder die soziale Kluft zwischen Arm und Reich (13 Prozent) als Risiken für den Lebensstandard im Alter. Somit sehen die Befragten einen engen Zusammenhang zwischen sozialen und ökologischen Kennziffern von Unternehmen auf der einen Seite und der Anlage von Pensionsvermögen auf der anderen Seite. Trotzdem – so das ernüchternde Fazit der Befragung – ist das Fachwissen der Beschäftigten über die Investments von Pension Funds begrenzt. Zudem engagiert sich die Mehrheit von ihnen nicht aktiv, um mehr über die Investment-Praxis ihres Pension Funds zu erfahren.

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