Die Einkommen der Rentnerinnen und Rentner sind in der Pandemie in den OECD-Ländern stabil geblieben. Dennoch kommen auf die Rentensysteme große Herausforderungen durch die demographische Entwicklung zu.

Renten wurden in der Pandemie gut geschützt und die Einkommen blieben stabil. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle OECD-Studie. Zudem wurden durch die Maßnahmen, die die Regierungen der OECD-Ländern beschlossen haben, um die Krisenfolgen für den Arbeitsmarkt abzufedern, auch zukünftige Renten abgesichert.

Dennoch kommen auf die Rentensysteme große Veränderungen durch die demographische Entwicklung zu. Der OECD zufolge wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20-64 Jahre) bis 2060 in den meisten süd-, mittel- und osteuropäischen Ländern sowie in Japan und Korea um mehr als ein Viertel zurückgehen. Für Deutschland erwartet die OECD, dass der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter bis 2060 um 21 Prozent zurückgeht, in Österreich um 18 Prozent.

Rente in den OECD-Ländern sehr unterschiedlich

Die zukünftigen Renten in den OECD-Ländern fallen sehr unterschiedlich aus, was sich an der Nettoersatzquote zeigt. Diese gibt die Rente von Personen mit vollständiger Erwerbsbiografie im Ruhestand im Vergleich zu ihrem Verdienst während der Erwerbstätigkeit an. Die künftige Nettoersatzquote reicht im OECD-Raum von weniger als 40 Prozent in Chile, Estland, Irland, Japan, Korea, Litauen und Polen bis hin zu 90 Prozent und mehr in Portugal, der Türkei und Ungarn.

Österreich gehört mit 87 Prozent zur Spitzengruppe und liegt auf dem fünften Platz der Länder, die, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, am meisten für die Rente ausgeben. Deutschland und die Schweiz haben eine Nettoersatzquote von rund 53 bzw. 51 Prozent.

Mehr Reformen notwendig

Auch wenn in Deutschland Rentenreformen wie die Grundrente auf den Weg gebracht wurden, ist die Nettoersatzquote für Niedrigverdiener auch mit der Grundrente eher niedrig – 58 Prozent gegenüber 74 Prozent im OECD-Durchschnitt. Während viele Länder Reformen bei einkommensbezogenen Rentenleistungen einführten, wurde das Renteneintrittsalters in den meisten Ländern nicht angetastet. Beispielsweise hat Irland eine geplante Erhöhung von 66 auf 68 Jahre wieder zurückgenommen.

Die OECD geht davon aus, dass das Renteneintrittsalter im OECD-Raum bis Mitte der 2060er Jahre um durchschnittlich rund zwei Jahre steigt. In Dänemark, Estland, Italien und den Niederlanden liegt das künftige Renteneintrittsalter bei mindestens 69 Jahren, während es in Kolumbien, Luxemburg und Slowenien bei Männern 62 Jahre betragen wird. Laut Prognose des OECDs wird das Regelrentenalter in Israel, Kolumbien, Polen, der Schweiz und Ungarn für Frauen unter dem der Männer bleiben.

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