Impact Investing: KLP drängt Amazon dazu, Menschenrechte und das Arbeitsrecht einzuhalten

KLP, die größte norwegische Pensionseinrichtung, hat laut einem Bericht von „European Pensions“ den E-Commerce-Konzern Amazon in einem Schreiben dazu aufgefordert, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Menschenrechte und das Arbeitsrecht innerhalb der eigenen Organisation zu wahren. Demnach steht KLP hierzu im Dialog mit anderen institutionellen Investoren wie dem Versicherungskonzern Folksamgruppen und der Investmentgesellschaft Öhman Fonder. Konkret geht es der Pensionsgesellschaft darum, die eigenen Investments im Hinblick auf Nachhaltigkeitsrisiken zu monitoren.

Laut „European Pensions“ sind die Investoren unzufrieden mit dem Austausch mit Amazon über Nachhaltigkeitsfragen. Stein des Anstoßes sind die nach Ansicht der Anleger unzureichenden Standards des Online-Händlers bei der Einhaltung der Menschenrechte und des Arbeitsrechts gegenüber den Beschäftigten. Die Investoren kritisieren in diesem Zusammenhang die Richtlinien, die Praxis und die Compliance von Amazon. Das Schreiben an den E-Commerce-Konzern haben 76 institutionelle Investoren aus der ganzen Welt unterzeichnet. Zusammen managen sie 50.000 Milliarden norwegische Kronen (5.000 Milliarden Euro).

„Verletzung der grundlegenden Arbeits- und Menschenrechte“

„Wir haben Informationen, die belegen, dass Amazon aktiv versucht, zu verhindern, dass sich ihre Beschäftigten gewerkschaftlich organisieren“ wird Kiran Aziz, die Verantwortliche für Kapitalanlagen bei KLP Kapitalforvaltning, in dem Artikel von „European Pensions“ zitiert. „Das stellt eine Verletzung der grundlegenden Arbeits- und Menschenrechte dar. Wir wollen deshalb einen Dialog mit dem Unternehmen, um es in die richtige Richtung zu beeinflussen.“

Die Beschäftigten von Amazon in Bessemer, Alabama, USA, werden in Kürze ein erneutes Referendum durchführen, um eine Gewerkschaft einzurichten. Ein erstes Referendum im Jahr 2014 ergab keine Mehrheit der Mitarbeiter für eine Gewerkschaft, doch die Beschäftigten brachten das Thema im vergangenen Sommer erneut auf die Tagesordnung. Mit dem jetzt verfassten schriftlichen Appell wollen die Investoren um KLP den Druck auf den Handelskonzern weiter erhöhen, die eigene Haltung in den kritisierten Bereichen zu korrigieren.

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