Benedikt Köster, Pensionschef des Konzerns, sprach auf der WirtschaftsWoche Konferenz „Pensionsrisiken steuern“ am 19. August in Düsseldorf.

Vorrangiges Motiv zur Ausfinanzierung ihrer Pensionsverbindlichkeiten ist für die Deutsche Post DHL, die Unkalkulierbarkeit zu mindern, die sich bei jahrzehntelangen Rentenzahlungen aus dem Cashflow ergibt. Das sagte Benedikt Köster, Pensionschef des Konzerns, auf der WirtschaftsWoche Konferenz „Pensionsrisiken steuern“ am 19. August in Düsseldorf.

Der Bonner Logistiker, dessen konzernweite Pensionsrückstellungen sich rechnungszinsbedingt zur Jahresmitte 2014 um 1,17 Milliarden Euro erhöht haben, verzehrt Köster zufolge derzeit in Deutschland noch kein Planvermögen, sondern zahlt die Betriebsrenten im Wesentlichen aus dem Cashflow. „Das“, so Köster auf der gut besetzten Veranstaltung, „könnte sich aber eines Tages ändern.“ Die Bonner hatten im Geschäftsjahr 2012 insgesamt zwei Milliarden Euro Planvermögen zusätzlich dotiert, davon eine Milliarde in einer Wandelanleihe.

Bezüglich der Kapitalanlage bekräftigte Köster, dass der Konzern in Deutschland sein Planvermögen weiterhin ertragsorientiert anlegen werde, Gesichtspunkte des “Liability Driven Investments” also in Bonn auch künftig eine untergeordnete Rolle spielen werden. Grund dafür sei nicht zuletzt auch die Historie: Der Konzern, der derzeit sein Overlay-Management überarbeitet, war hierzulande lange Zeit verhältnismäßig niedrig ausfinanziert, so dass ein an der Verpflichtungsseite orientiertes Investieren ohnehin geringe bilanzielle Effekte gehabt hätte.

Ende 2013 liegt die Funding Ratio in Deutschland zwar bei rund 50 Prozent, doch angesichts der Niedrigzinsen bevorzugt Köster es, die Gefahr eines durations-langen Lock-in in niedrigverzinste Assets zu vermeiden. In ihren britischen Operations ist die Deutsche Post DHL naturgemäß seit jeher höher ausfinanziert und in ihrem Anlageverhalten in den dortigen Pensionsfonds daher stärker an der Verpflichtungsseite orientiert, so Köster.

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